Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Religion und Humanität
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 12)
- Language
- German
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Religion und Hiimahif&t; ihr Scheiterhaufen unbekannt sind, weise(: sie auch Pro^ selytenmacherei Zurück. Nvr belehren will sie. Ueberzeugüng hervorbringen, will allgemeines Gut sein, keinem , privelegirtem Stande angeboren; sie kennt nicht Priester ..*•־'׳ dietsie vertreten, vertraue! sich nicht den Händen Einseiner an, sondern will, um dem hierdurch leicht entstehenden Missbrauch vorzubeugen, Gemeingut sein, Jedermann soll sie nach Kräften wahren und ihr unmittelbar nahe stehen. Darum weiset sie auch die Wissenschaft nicht zurück. Weil sie nicht nach Macht und Gewalt strebt, weil sie ihren Schwerpunkt in sich findend, nicht durch äussere Mittel getragen sein will, scheuet sie nicht Wissen und Forschen, ist sich vielmehr bewusst, dass durch Verbindung mit der Wissenschaft sie in noch höherein, geläuterterem Licht erscheint. Männer wie Säadia, Häi, Joseph b. Abitur, Ibn Migasch, Jehuda Halewi, Maiinonides, Moses b. Nachman u. A., auf die die Synagoge mit Stolz blickt, waren von dieser Ueberzeugung durchdrungen; in welcher Weise vereinigt sich in ihnen das Studium der Glaubenslehre mit der Wissenschaft! Das vollendete Jahr zeigt hier einen deprimirenden Gegensatz. In Ungarn wurde ein Räbbinerseminar projectirt. Die Regierung war bereit die Mittel zu dessen Gründung herzugeben, und beauftragte einige Männer mit Entwerfung eines Statuts. Da erhob sich von vielen Rahbinern Ungarns ein lebhafter, bis an die Stufen des Thrones gebrachter Protest, nicht etwa gegen diesen von mehreren Seiten als verfehlt erkannten Entwurf, sondern gegen das Inslebenrufen eines Rabbinerseminars überhaupt, gegen Vereinigung der Lehre und der Wissenschaft. Ueber die Gesinnung richtet Gott: unbezweifelt war die Mehrheit dieser Männer von der Ueberzeugung durchdrungen, durch diesen Schnitt für die Erhaltung des Glaubens zu wirken. Aber welches traurige Zeichen geistiger Befangenheit, in der Verbindung des Glaubens mit der Wissenschaft eine dem Glauben den Untergang drohende Gefahr zu erblicken! Und musste nicht jeder Einblick in die Gestaltung der Gegenwart die entgegengesetzte Ueberzeugung hervorrufen; sprechen nicht alle Vorgänge laut, dass nur durch