Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Religion und Humanität
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 13)
- Language
- German
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Verbindung mit der Wissenschaft derGlaul)e den vöh^ vielen Seiten gefährdeten Halt ־wieder gewinnen, könnß? UnserCi Zeit besitzt nicht mehr die frühere, sich s elbst ge^ nügende und in sich die höchst^JSeligkeik findehd%,-׳n11hßri;’ dingte Hingebung an den Glauben; die vielfachen Berührungen, in die die Gegenwart jeden im Leben Stehenden und mit dem Leben Verkehrenden bringt, haben den Kreis der Anschauungen — und nicht zum Vorth eile der Religion — erweitert, Beziehungen hervorgerufen, die dem naiven Glauben in Gesinnnung und Handlung Abbruch thun. Dieser Wahrnehmung kann sich kein Rabbiner, wie er sich auch ins Lehrzimtner zurückziehe, verschliessen; sie drängt sich ihm in jeder Gemeinde unter seinen Augen auf. Die Belehrung muss sich gegenwärtig in anderer Gestalt und Form als in früherer Zeit geben, sie soll von wissenschaftlicher Bildung getragen sein. Deberhaupt ergehet die Anforderung an den Rabbiner dass er auf der Höhe der Zeit stehe: sein Wort und Beispiel sind nur dann von Wirkung, wenn er an sich selbst zeigt, wie echte Wissenschaft und religiöse Gesinnung sich zu einem harmonischen Ganzen vereinigen: nur so tritt er dem Dünkel mancher s. g. Gebildeten, die in ihrem oberflächlichen Wissen stolz auf die Religion herabblicken, wirksam entgegen. Die von den meisten dieser Rabbineu sonst bewährte aufrichtige Gesinnung flösst Achtung ein; um so mehr ist zu bedauern, dass sie soweit hinter der Zeit zurückgeblieben, ihnen die Einsicht abging, wie sie durch solchen öffentlichen, bis an hohen Ort gerichteten Schritt, dem Judenthum eine tiefe Wunde schlugen; dass ihnen ferner abhanden gekommen, dass wie Religion und Humanität auch Religion und Wissenschaft nicht Gegensätze bilden; dass wie die Religion nicht das Licht der Humanität auch nicht das Licht der Wissenschaft scheuet, sie vielmehr mit beiden verbunden der himmlische Bote ist, der aufwärts zum Throne Gottes leitet. Der Rückblick auf das vollendete Jahr erfüllt mit tiefem Ernst; so wollen wir uns denn an zwei in ihm hervorgetretenen Erscheinungen erfreuen, die uns die erquiekende Vereinigung der Religion mit der Humanität,