Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Religion und Humanität
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 4)
- Language
- German
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־ ־ 1.•;■־;. י- ט«nicar. : WaS; j^jp^endet, um von da «jifvärts an■ ihr £iel; Untergrabung des freien Staatslebens, zu gelangen, ist nicht überraschend: den Juden zu bekämpfen bietet sich ein gewichtiges Hülfsmittel, die Religion, dar. Also wieder der Gegensatz zwischen Religion und Humanität! Doch Preussen stehet trotz vielen frommen Männern auf einer mehr humanen als''religiösen Stufe: und so ist uns nicht bange ob des Ausganges des Kampfes. — Eine erfreuliche Erscheinung zeigt das nun beendete Jahr, die den Sieg der Humanität voraussagt. In dem von dem Preussischen Justizministerium vorbereiteten Entwurf einer neuen Prozessordnung wird der Eid more juda'ico vollständig abgeschafft, und eine allgemeine Eidesformel ohne Berücksichtigung der Confession vorgeschlagen*). Dass Oesterreich schon seit Jahren humane Be- Strebungen nicht fern liegen, beweist das vor einigen Wochen begangene Lehramtsjubiläum des Professors Dr. W. Wessely. Dr. Wessely ist ordentlicher Professor des Kriminalrechts an der Universität zu Prag, seine academische Thätigkeit begann vor einem Vierteljahrhundert; schon damals liess also die Staatsregierung die den Juden von öffentlicher Lehrthätigkeit ausschliessenden Gesetze fallen, und sogar auf einem Gebiete, das mit dem Staatsleben in innigem Zusammenhänge stehet. Auf der Universität zu Berlin habilitirte sich erst in diesem Jahre ein Jude, Dr. Bohrend, als Docent des Wechselrechts, und die öffentlichen Blätter nahmen hierin einen bedeutenden Fortschritt wahr! — Ein der Ausschliessung abholder Geist bekundet sich ferner auf einem Gebiete, das nach den neueren Staatsorganisationen des Staates Halt Einem AdelCacli verbreiteten Gerüchte zu Folge soll die Wahl des Oon81118 Oppenheim in Königsberg zum Vorsitzenden der Handels- Kammer vom Ministerium deshalb nicht bestätigt worden sein, weil er Jude ist. Allein wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, gehört Oppenheim nicht dem Judenthum an und soll schon als Christ geboren sein.