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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 1 · p. Seite 25

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 1
Article
Mose Almosnino
Date
1864-01-01
Page
Seite 25 (sequence 3)
Language
German
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Mose Almosnino. 25 schritten und statt den tiefen Gehalt des Judenthums anseinanderzusetzen, sich in scholastischen Formeln ergangen, und warden dafür hart getadelt (vgl. ineine Geschichte Bd. VIII, Note 4,III). Diesen Erzeugnissen des jüdisch-mittelalterlichen Geistes ist bisher noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden, obwohl sie ein sehr kräftiges Mittel zur Verbreitung von Kenntnissen und Ideen, und auch zur Erhaltung und Befestigung der Religion in den Gemüthern waren, und selbst in ihrer für unseren Geschmack unangemessenen Haltung beachtenswert!! erscheineu. Man darf es ohne weiteres aussprechen, dass die Kanzelberedsamkeit unter den Juden »Spaniens in ihrer Heimat und. in den Ländern ihres Exils die Verbreiterin der Bildung war. Als einer der gefeiertesten Kanzelredner, ja als Muster für dieselben, galt mehrere Jahrhunderte hindurch und gilt noch bei Manchen heutigen Tages als solcher Mose Almosnino. Er bildet so recht den letzten Reflex der jüdisch-spanischen Glanzzeit, der aber selbst in seinem Verblassen vortheilhaft absticht gegen das Grau in Grau z. B. zur selben Zeit in Deutschland und Polen im Zeitalter des Jakob Pollak, R. Schachna, des Salomo Lurja und des Mose Isserles. Mose Almosnino war der letzte Vertreter der Wissenschaft itn Orient, und es ist eine interessante Erscheinung, dass der Sohn des Joseph Jaabez, des fanatischen Verächters der Wissenschaft, die meisten Almosninischen Schriften edirt hat. Freilich haben bei ihm die Wissenschaften durchaus keinen Selbstzweck, er beraubte sie vielmehr aller Selbstständigkeit und. nahm sie in den Dienst der Theologie. Aber es bleibt darum doch nicht minder heachtenswert!!, dass er die Philosophie und die Philosophen nicht verketzerte und von Main!uni und Ibn-Esra mit Verehrung sprach, zu einer Zeit, wo Salomo Lurja es an Mose Iss er- 168 scharf rügte, dass er Aristoteles auch nur vorübergehend erwähnte, und der letztere sich dafür entschuldigen musste. Diesen grellen Abstand muss man in’s Auge fassen, um Almosnino'8 literarische!Tätigkeit zu würdigen. Seine Biographie und literarischen Leistungen liefern auch einen wesentlichen Beitrag zur Kenntnis8 der jüdischen Geschichte im sechszehnten Jahrhundert, und damit dürfte diese Monographie sich ihre Berechtigung vindicirt haben.

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