Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 13 (1864)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Mose Almosnino
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 2)
- Language
- German
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Mose Almosnino, lewi zauberte ihr Anmuth und süssen Schmelz 2m, Ibn-Esra und Cliarisi gabenihr einen liunioristisclien Zug mit. Die jüdi8eben Mutaziliten, Saadia mit einbegriffen, tappten im Dunkeln herum, um eine jüdische Religionspliilosophie anzubauen־, erst Jehuda Halewi, Maimuni und andere jüdische Denker spanischer Abkunft haben den tiefen Gedankengehalt des Judenthums wenn auch nicht vollständig erschöpft, aber ihn doch ahnen lassen. Es kann gegenwärtig als ausgemacht gelten, dass die sogänannte christliche Philosophie des Mittelalters (von weieher die romantische Reaction so viel Wesens; gemacht hat) mehr von Gebiro 1 und Maimuni, als von Abricenna und Averroes beherrscht war. Für das christliche Europa waren die spanischen Juden als Uebersetzer, Erklärer oder Originaldenker in der Metaphysik grösste 11 theiis Tonangeber. Mit der Philosophie hing ein Fach zusammen, welches gewissermassen ihre praktische Anwendung war, die Kanzelberedsamkeit, und auch diese wurde grösstentheils von Jiijjlen spanischer Abkunft gepflegt, ausgebildet und zu einer Kunst erhoben. Nur im jüdisch-spanischen Kreise, wo auf Form und Sprache Gewicht gelegt wurde, konnten Predigten im wahren Sinne des Wortes zu Stande kommen; was aus anderen Kr eisei! dafür ausgegeben wird, verdient diesen Namen nicht, 8011dem war weiter nichts, als eine formlose Derasclia, von Halacha und Aga da gemischt, ohne Spur von Rhetorik und mit vollständiger Nichtachtung der Form. Die Juden anderer Länder waren nicht in der Lage, auf das schöne Wort und die abgerundete Form Werth zu legen. Die spanischen Predigten dagegen haben einen ganz anderen Schnitt. Das, was die Denker als wahr und beherzigenswert!! gefunden hatten, das suchten die Prediger dem Volke zugänglich und eindringlich zu 111aeben. Man könnte die jüdisch-spanische Predigt die popularisirte Religionspliilosophie nennen. Grösstentheils waren die Prediger zugleich Philosophen, wenigstens gründliche Kenner der Philosophie, Uebersetzer und Erklärer metaphysischer Schriften. Ich'erinnere nur an Jakob Anatoli (der als Schwiegersohn eines Tibboniden mit dem spanischen Kreise zusammenhing), ferner an Joseph Alb0, Joseph Ihn- Schem-Tob, seinen Sohn Schem-Tob II., Abraham Bibago und andere. Oefter haben die Prediger das Mas8 über-