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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 1 · p. Seite 23

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 1
Article
Mose Almosnino
Date
1864-01-01
Page
Seite 23 (sequence 1)
Language
German
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Mose Älmosnino. 23 Mos6 Almosnino. Eine Skizze. Die untergehende Sonne eines hellen Tages lässt noch einige Zeit ihre Lichtstrahlen zurück; eine untergehende glänzende Geschichtsperiode lässt nicht minder Lichtspuren zurück, diewie getrübt und gebrochen auch immer, angenehm gegen das einbrechende Dunkel abstechen. Die Leistungen der spanischen Juden (oder richtiger der sephardischen, die portugiesischen mit einbegriffen) im ersten Jahrhunderte nach ihrer thränenreieben Verbannung bilden gewisserenassen die verglimmenden, mit der Nacht ringenden Strahlen einer lichtreichen Zeit und bieten auch in ihrer Gebrochenheit und Unvollkommenheit ein!- ge8 Interesse, wenigstens mehr Interesse als die Leistungen ihrer )zeitgenössischen, seit so langer Zeit verkümmerten, deutschen :;Stammbrüder. Jemehr die literarischen Schätze der Sephardrin an'8 Licht treten — Dank den Schatzgräbern in den Bibliotheken — und je tiefer der forschende Sinn in sie eindringt, desto mehr wird ihr hoher Werth und die Begabtheit ihrer Erzeuger erkannt. Der in der pyrenäischen Halbinsel angesiedelte Bruchtheil der Judenlieit hat unendlich mehr geleistet als die Uebrigen auf dem Erdrunde. Er hat sämmtliche Wissensfächer äusgebildet und zu einer gewissen Vollkommenheit gebracht. Was haben sich die Karäer ah gemüht, die Erscheinungen der Hebräischen Sprache zu erforschen! Ihre hebräisch - grammatisehen Arbeiten erweisen sich als stümperhafte, kindische Versuche neben der grossartigen Leistung von Chajug’, Ibn-G’a״ nach und Ibri-Esra auf diesem Gebiete. Sie allein haben die Formenmannigfaltigkeit und den Bau der heiligen Sprache so tief erkannt, dass die rationelle Grammatik der Gegenwart nur wenig zu deren Beobachtungen und Forschungen hinzuzufügen hat. Wie jämmerlich erscheint die Ileimerei der asiatischen, deutschen und französischen Juden neben den glänzenden poetischen Schöpfungen der spanischen Juden! Sie erst haben eine echte neuhebräische Poesie zu Tage gefördert. Dunasch den- Lab rat erfand für sie ein Yersmass, das, wie sehr es auch Anlängs angefochten wurde, sich doch allmälig Bahn gebrochen und sich verallgemeinert hat. Gebirol verlieh der neuhebräisehen Poesie Tiefe und Formenmannigfaltigkeit, Jehuda Ha-

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