Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über einige geschichtliche Beziehungen des Philonischen Systems
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 7)
- Language
- German
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des Phiionischen .Systems. 25 hicss, das wurde bei ihm eine övva^ug, eine Potenz dieses Princips. Die Welt wurde statt die Gottheit selbst ein Sohn der Gottheit. Beachten wir mir gleich zu Anfänge von de opificio niundi den echt stoischen Schluss: Wenn der Mensch, ein Tlieil des Kosmos, im Ebenbilde Gottes geschallen sei (ho:t 61ndro: -9-ee-ä), wie viel mehr der Kosmos selbst. Gerade so hatten, die Stoiker auf die Vernünftigkeit der Welt geschlossen: aus der Vernünftigkeit des Theils nämlich auf die \ eruiinitigkeit des Ganzen (vgl. Cie. de natura deorum 11, 7 mul dazu die intcressaiite Widerlegung des Akademikers Cotta ibid. 111, d). Doch nicht aus einzelnen Andeutungen braucht man sein Vrrhiiltniss zur Stoa und zur Zeitphilosopliie zu erschlossen, smidem er spricht sieh darüber seihst nicht selten und für den, der die philosophischen Prineipien jener Zeit im Auge hat, vüllig unzweideutig aus. Um zunächst die polemischen »Stellen ir1\s Auge zu fassen, so mache man sieb beispielsweise das von ihm in seiner Abhandlung: cpiod deus iininutaljilis (»S. 281 1T. cd. A lange y) Gesagte klar. Kr beginnt mit den Worten: ,,Gott als ungesebafl’en lind das UeIrrige zum Entstehen bringend bedurfte keines von den den Geschöpfen zukomincndcn Dingen.“ Er führt diese Behauptung dann im Einzelnen aus. ,,Denn was sollen wir sagen? Wenn wir ihn mit organischen Gliedern ausstatten, sollen wir ihm Küsse geben zum Fortsehreiten? Aber wohin soll ergehen, da er die Welt füllt? . . . Und zu welchem Zwecke soll er gehen?“ u. s. w. Diese Ausführung im Einzelnen hat aber Ihr Sonderbares, wenn wir Philo sogar versichern hören, dass ״Gott auch keine Ernährungsvverkzeuge habe, da er sonst Ihmger und »Sättigung empfinden müsste,“ und wir werden erst über seine Absichten klar, wenn er diese Bemerkung mit den Worlen ab'schliesst: ,,Denn das sind die Fabeln der Unfrommen, die das Göttliche ihrer Angabe nach blos menschlich gestaltet, der■ That nach aber auch, Menschliches erleidend einführe 11." (9AöepSv avtcu yaQ cd iivfroitoiCcu, AoycS fitv avß'Q<0716n0Q(püv, 6Qy(0 ös äv&QOQitona&hg tlgayovxtov to ׳fraov,) Wer sind die aaeßtig, gegen die er hier kämpft? Doch wohl ohne Frage die von ihm gewohnlich ätitßtlg genannten Epikureer, welche, wie bekannt, den Göttern Menschengestalt gaben, aber sie nichtsdestoweniger dem menschlichen Leiden entheben zu können meinten, die