Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 12 (1863)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über einige geschichtliche Beziehungen des Philonischen Systems
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 6)
- Language
- German
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24 Ueber einige geschieht!. Beziehungen sie vom Xoyog GnapjuariHog reden, ־so ist dieser das Urfcuer zumal und zugleie}! mit der ihm immanenten vernünftigen Gesetzmiissigkeit, aus dem wie aus einem Keime die Welt sich gebildet. Wie aber ihr physisches oder metaphysisches Princip der Xdyog ist, so nennen sie auch in der Moral das allgemeine Gesetz, mit dem in Gehereinstimmung zu lohen die Tugend des Einzelnen ausmaeht, den ogO'dg Xuyog. Endlich, um auch von ihrem dritten Iliiupttheile der Philosophie, der Logik, zu reden, so haben sie ja bekanntlich den Namen Logik lur diese Wissenschaft, die bei Aristoteles noch Analytik heisst, allererst aufgebracht. Kehren wir jetzt zu unserer Frage zurück: Wie musste sich .Philo einer solchen Lehre gegenüber verhalten? Kaum gesagt zu werden braucht, dass er zu einer Ideutificirung der Gottheit mit dem Kosmos sieh nicht verstehen konnte, und es wird uns seine directe Polemik gegen diesen Standpunkt noch in Worten begegnen, hei denen die Kücksicht auf die Stoa wohl nicht in Abrede gestellt werden kann. Andererseits hatte der Pantheisinus eine Seite, die auch dem frommen Genhithc eines Philo gar sehr zuzusagen geeignet war. Dass alles wahrhaft Vermin!» tige und alles wahrhaft Thätige in der Welt die Gottheit selbst sei, dass die göttliche Vernunft überall und in allem sieh krältig bewahre, konnte es eine Lehre gehen, die zu ihm und zu seinen religiösen Ueberzeugungen besser passte?• Und war cs nicht das Einfachste, den Xoyog der Stoiker und damit die 1111־ manunz des Göttlichen in der Welt anzuerkennen, aber statt ihn und die Welt als mit der Gottheit identisch zu fassen, die Platonische Ideenlehre zu Hülfe zu rufen und den Xdyog.als den Inbegriff der Idealwelt auszusprechen, von welcher der sichtbare Kosmos ein Abbild sei? Mit anderen Worten: Philo hatte nur den realen Pantheismus der Stoiker in einen blos dynamischen zu verwandeln, und es ergab sieb ilnn zugleich die Trans s een den z des Göttlichen, die ihm religiöses Bedürfniss und Dogma war,ohne die Immanenz aufzugehen, die ihm gleichfalls religiöses wie philosoph. Bedürfniss sein musste1). Was bei den Stoikern Princip י) Diese doppelte Fassung des Göttlichen als transscendent und immanent zugleich spricht er oft aus. Wir citiren eine der deutlichsten Stellen. De posteritate Caini (S. 229) heisst es: To״ yetq ysyovotoc nuvza vno£ev£ccg kctvzip 7taqd%ETcu fiav (nämlich Gott) v7c 0vdevdg, imßeßr1*£ Öe ncLötv, ’EmßEßqiubg da ££(a tov ör1\uovqyr1%}avxog 0SV, ovötv ryctov 7t£7df$(0>16 zdv nocyLov tetvzov.