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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 1 · p. Seite 29

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 1
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1862-01-01
Page
Seite 29 (sequence 10)
Language
German
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als Rcligionsphilosoph. 29 angeht, so ist es schon ungenau zu sagen, dass die I־Iyle eine unendliche Zeit ohne Form gedacht werden müsste, weil ja von einer Zeit vor der Schöpfung nicht geredet werden könne. Ebensowenig kann man van der Natur der Hyle, immer mit Form bekleidet zu sein, reden, wenn man ihren Zustand vor der Schöpfung im Sinne hat. Diese Natur erhält sie ja eben erst dadurch, dass sie durch den Schöpfungsact die Grundformen für allen weiteren Wechsel, die Elemente nämlich, als Formen empfängt. Wie soll denn auch die Materie an sich zu einer Disposition, die Formen zu empfangen, kommen, wenn man nicht die Formen selbst als das sie Disponirende fasst? Ist denn die Qualität, eine Disposition, eine Möglichkeit für die Form zu sein, nicht eine Qualität, die nur aus der Form und nicht aus der Materie als solcher stammen kann? Man führt auch wohl, setzt er hinzu, gegen die Annahme einer Materie ohne Form die Wahrnehmung an, dass in der realen Welt immer nur Form und Materie geeint Vorkommen. Aber das hindert doch den Aristoteles nicht, für sich bestehende Formen (Geister) als wirklieh zu setzen. Warum nicht auch eine für sich bestehende Materie? Nachdem Gersonid.es so seine Meinung unter steter Berücksichtigung des etwa Einzuwendenden dargestellt hat, geht er noch einmal, um, wie er sagt, ein vollkommeneres Wissen in dieser Frage zu erzielen,, mit grösserer Umständlichkeit auf alle von Aristoteles vorgebrachten Beweise für die Ewigkeit der Welt ein. Noch einmal bespricht und bekämpft er, was Aristoteles aus der Natur der Zeit, aus der Natur des Jetzt, aus der Natur des Entstehens, aus •der Natur der entstandenen Dinge, aus der Natur der Bewegung, aus der Natur der Hyle, aus der Natur der Himmelskörper für seine Ansicht gefolgert hatte. Wir glauben ihm aber in dieser wiederholten Aufnahme des Gegenstandes nicht folgen zu müssen und geben nur eine Probe seiner erneuerten Polemik, indem wir das, was er über die Zeit hinzufügt, anfühxen. Aristoteles, sagt er, behauptet: Die Zeit müsse als ewig gedacht werden, weil ihr Entstehen wiederum nur in der Zeit gedacht werden könnte. Entstehen heisse ja vorhanden sein, nachdem Etwas vorher nicht gewesen. Die Anschauung des Vor-

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