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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 1 · p. Seite 18

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 1
Article
Schlaglichter
Date
1862-01-01
Page
Seite 18 (sequence 16)
Language
German
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IG Schlaglichter. abgewinnen, das sich in Jadenkrawallen manifestirt, dessei! Führer durch Anreizung zu Judenaufläufen, wie sie zur Schande Böhmens Prag das vor. Jahr sah, den Pöbel für das Nationalitätsgefahl fanatisiren? Und ist ein Volk reif, dem durch solche Auftritte seine nationale Vergangenheit, die freilich reich an Judenverfolgungen ist, in’s Gedächtnis» zurückgerufen werden muss? In der Gegenwart gehet dem Czechenthum jede Bedingung des Geltendmachens der Nä־ tionalität ab; und panzern sich auch die Führer mit dem Schilde der ihre Ausbildung noch erwartenden Sprache, graben sie alte in ihrer Echtheit bezweifelte Inschriften aus, suchen sie die Kluft zwischen Czechenthum und deutscher Bildung und Gesittung unausfüllbar zu machen: es fehlt der erkünstelten Nationalität der innere Halt, und mit Recht blieben die Juden Böhmens dieser von ihnen auf ihr richtiges Nass zurückgeführten Bewegung fern. Einen Gegensatz bilden die Juden Ungarns, die sich dem Magyarismus unbedingt in die Arme warfen. Wohl hat für sie Ungarn’s Vergangenheit nichts Abschreckendes, der Magyar liess sich nie zu Judenverfolgungen hinreissen, und wenn die Geschichte Ungarns von ihnen erzählt, so muss mit schmerzlichem Gefühle hinzugefügt werden, dass die von Deutschen bewohnten Städte U1> garns der Schauplatz dieser Ereignisse waren. Aber der Magyar spricht in seinem Nationalitätsstreben anderen Nationalitäten die Berechtigung ab und bekundet hierdurch, dass ihm die Reife des politischen und nationalen Lebens abgehe. Und drängt nicht den Juden Ungarns die eigene Erfahrung diese Erkenntniss auf? Wäre der Magyar reif für Freiheit, so würde er nicht in neuester Zeit bei so vielen Gelegenheiten das gerechte Verlangen der Juden unter nichtigen Vorwänden zurückgewiesen haben, würde der versammelte Landtag nicht erst in der zwölften Stunde bei dem wirkungslosen frommen Wunsche der Juden: emancipation angelangt sein, würde nicht ein edler Graf Verhandlungen über Gleichstellung der Juden nach Vermögens- und Bildungsklassen eingeleitet, würden nicht Stuhlrichter das Recht mit Judenprügelei gehandhabt haben. Daher ist betrübend, dass Gemeinden und Individuen

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