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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 1 · p. Seite 5

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 1
Article
Schlaglichter
Date
1862-01-01
Page
Seite 5 (sequence 3)
Language
German
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Schlaglichter. 5 gen, er erkannte, dass Beglückung der Völker der eigentliehe Beruf der Fürsten sei; auch die Lage der Juden versuchte er zu erleichtern, Seine kurze Regierungszeit' liess ihn nicht über den Versuch hinauskommen., und er wurde nicht nach dem Tode des das Gute eifrig anstrebenden Kaisers fortgesetzt. Das von Franz I. bald nach seinem Regierungsantritt erlassene Judenpatent verkündet in seinen ersten Paragraphen, die Absicht der Staatsregierung sei nicht auf Vermehrung, sondern auf Verminderung der Juden gerichtet. Das war eine offene Sprache, soweit war Oesterreich in dem letzten Decennium des achtzehnten Jahrhunderts in der Ansicht über das Recht der Juden gelangt! Die französischen Kriege trugen das Ihrige dazu bei, die wohlmeinenden Absichten der Regierung zu verwirklichen. Die Juden Oesterreichs bluteten auf den Schlachtfeldern, auf denen seine Fahnen sich entfalteten, sie halfen mit die Siege erringen, durch die der Kaiserstaat sich selbst wiedergegeben ward; den Heimkehrenden winkte das liebevolle Verminderungspatent. Seine einzelnen Paragraphen sagten, wie es auszuführen sei; doch wurde jetzt dem Zeitgeist eine Concession gemacht. Das Patent hatte die Anzahl der sich Verheirathenden beschränkt, es wurde nicht aufgehoben, aber es bekam einen glänzenden Anstrich; die Regierung, das Ziel der Aufklärung der Juden verfolgend, fügte zu der früheren Erschwerung die Bedingung hinzu, dass die zu Verheirathenden aus einem zu diesem Zwecke verfassten völlig gehaltlosen Religionsbuche in Gegenwart der obrigkeitlichen Behörden Examen ablegen. Die Juden vermochten nicht, die diesem Edicte wie den Judensteuern und der strengen Aufrechthaltung der Ghetto’s zu Grunde liegenden landesväterlichen Absichten zu erkennen; selbst manches wohlmeinende Schul- und Erziehungsgesetz erhielt durch die Ausführungsbehörden eine solche brennende und verletzende Spitze, dass es Vielen nur als ein Erpressungsgesetz erschien, ergangen, um Beamten und Lehrern ein Mittel gegen die Eltern und deren Geldbeutel in die Hände zu geben. Und dennoch wurden die Juden in ihrer Treue nicht wankend, selbst das Jahr

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