Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 1 · p. Seite 35

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1861-01-01
Page
Seite 35 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829262-2829264--05877-2843200
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Recensionen und Anzeigen. 35 setze eine jede Verbindung und Freundschaft;, sie werden ausdrückiich als ״Bruder" bezeichnet und nach allen Menschenrechten den Israeliten gleichgestellt. Sehr zu würdigen sind die S. 473 mitgetheilten buddhistischeu Ansichten über die Pflichten der Kinder gegen־ Eltern* Sie sagen: ״Vater und Mutter zu ehrendst besser, als den 00ttern des Himmels und der Erde zu dienen;“ ferner: ,;wenn ein Kind seinen Vater auf die eine und seine Mutter auf die andere Schulter nähme, und sie so hundert Jahre ohne Unterlass trüge, so würde er für dieselben immer noch weniger thun, als sie für ihn gethan haben." . Polygamie erlaubt der Buddhismus, wie der Verf.'S. 474 ausführt, nicht eigentlich, indess er ״duldet sie, weil er nicht die Macht hat, sie abzuschaffen, gerade wie das Christenthum die Maitressenwirthschaft.“ Ebenso duldet der Buddhismus auch die in Tibet häufige Vielrnännerei, die durch die Armuth der Bewohner entschuldigt wird, 8. 475 f. Der Verf. ist so unbefangen und so gerecht, auch die Fehler der geschilderten Sittenlehre hervorzuheben; er sagt hierüber besonders 8. 479: ״Die Ethik des Buddha ist negativ: sie ist, wie schon öfter hervorgehohen worden, eine Moral der Entsagung und Selbstverleugnung, nicht, des Streben8 und Schaffens; sie lehrt leiden und dulden, doch nicht handeln und wirken. Thatkraft, persönliche Tüchtigkeit, Tugend im antiken Sinne sind ihr ein fremder Schall, Daher kann sie, wie jede andere Mönchsmoral, in letzter Instanz nur abspannen und ermatten, lähmen und schwächen. Namentlich — und das ist vielleicht ihre schlimmste Seite —׳ wirkt sie in politischer Beziehung verknechtend. Sie, die jedes Leiden, jedes Unrecht, jede Misshandlung geduldig ertragen ׳heisst, die jeden Widerstand gegen Anmaassung und Gewaltthat verbietet, sie predigt natürlich blinden, passiven, leidenden Gehorsam gegen die Machthaber, auch gegen die wüsteste Tyrannei,;und hat dadurch, trotz ihres Grundsatzes von der Gleichheit aller Menschen, überall, wohin sie gedrungen, dem Despotismus Vorschub geleistet." Der Verfasser gibt 8. 554 ff. über das Gehet ,und die wunderlichen Gebetmaschinen der Buddhisten folgende Mittheilungen: ״Zunächst hat der Buddhist der ältesten Generationen das Gebet nicht; denn zu wem. sollte er beten, da er die Götter entweder gar nicht anerkennt oder gering achtet, und der Stifter

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.