Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 4)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 31 lieh kundgibt, in Aussprüchen wie: ״Selig sind die Sanftnuithigen, die Friedfertigen, die Barmherzigen, die geistlich Armen u. 8. w." Es ist ja bekannt, wie auf Sanftmuth und Demuth (schon an Moses gepriesen), auf Friedensliebe und Barmherzigkeit an unzähligen Stellen der hebr. Bibel, wie auch in der rabbinischen Moral, der grösste Werth gelegt wird. Und wenn der Verf. namentlich die Nächstenliebe des Buddha mit der christlichen nahe zusammenstellt, wenn sein Gebot nach der aus I) unk er (Gesch. d. Alterth.) angeführten Stelle lautet (8. 448): ״allen seinen Mitmenschen gegenüber muss man ohne Selbstsucht sein," so kann dies mosaische, als Grundlage und Aus-, gangspunkt auch der Feindes- und Fremden-Liebe (3. Mos. 19, 18; 19. 83. 34.) formulirte Gebot auch schon vor Entstehung des Christenthums dem Buddhismus sich empfohlen haben, dessen Uebertragung der mos. Worte von richtigem Verständnis8 Zeugniss gibt, denn eben die Selbstsucht ist es ja, die der mos. Ausdruck: wie dich selbst, beseitigen will, im Gegensätze zu der Redeweise: ״Jeder ist sich selbst der Nächste.“ Frappant־ ist auch in folgenden buddhistischen Lehren das, wenngleich nicht stets wörtlich, aber doch der allgemeinen etliisehen Basis und Anschauung nach mit hebräisch-biblischen Uebereinstimmende: ״Wer sich selbst besiegt, der ist der beste unter den Siegern. Sich selbst besiegen ist mehr, als tausend Mal tausend Feinde im Kampfe überwinden,“ 8. 451. Entsprechend heisst es in den Spr. Sal. 16, 32: ״Der Langmüthige ist besser als ein Held, und wer seinen Geist beherrscht, ist tapferer als ein Städtebezwinger.“ Ferner Buddh. 8. 451: ״Kein Feuer ist gleich der Begier, kein Strom gleich dem Verlangen.“ Vgl.: ״Die Gluth der Begier ist Feuergluth, mächtige Wasser und Ströme können sie nicht ersticken,“ Hohe L. 8, 6. — Buddh. 8. 452: ״Er hat mich mit Schmähungen überhäuft, er hat mir Gewalt angethan, er hat mich besiegt, mich beraubt! wer so denkt, dessen Jähzorn wird nicht gestillt.“ Vgl.: ״Sprich nicht: wie er mir that, so will ich ihm thun und einem Jeden nach seinem Werk vergelten,“ Spr. 24, 29. — Buddh. 8. 452: ״Nie wird der Zorn durch Zorn gestillt, sondern durch Versöhnlichkeit.“ Vgl.: ״Hass erreget Streit, doch Liebe decket alle Vergehen,“ Spr. 10, 12. — Buddh; S. 452: ״Ich habe Söhne, ich habe Schätze, denkt der Thor.“ Vgl. Ps. 17, 14, wo von den