Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 3)
- Language
- German
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Recensionm und Anzeigen. *37 sich zeigt. Nachdem nun der Vers, eine Digression gemacht, um die Jugend des Sohar zu eonstatiren. glaubt er die Frage, wie die Kabbalisten zur Kenntniß des Neuplatonismus gekommen seien, durch die Annahme, sie seien mit dem G.'schen Buche und mit,den ,genannten Quellen des G. bekannt gewesen, beantworten zu können, so daß G. als einer der Begründer der specnlativcn Kabbala angesehen werden müsse. Der Vers, parallelisirt darauf Einiges aus dem Sohar mit Stellen aus dem Mekor Ehajim. Die Aeußerung des Vers. S. 286 Note 2: ״Dans plusieurs passages du Zohar le moncle superieur est presente comme le male ou la forme et le monde mferieur comme la femelle ou la matifere“ können wir in den als Beispiel angeführten Worten: כל מה דעבד הקב״ה עילא ותחא כלא בהא דרכר ונוקבא. nicht wiederfinden, da diese Worte nur heißen können, daß sowohl in der obern als in der untern Welt Alles aus Männlichem und Weiblichem (Form und Materie) constituirt ist. Die Parallelen sind allerdings evident, aber über das Ganze erlaubt sich Res. di« Bemerkung, daß, da einmal G.'s Mekor Chastm bei weitem als Quelle für die speculative Kabbala nicht ausreicht und der Herr Vers, deshalb mit Recht der Kabbala den primären Quellen näher als G. liegende anzuweisen sich veranlaßt sieht, man überhaupt den besondern Einfluß des Mekor Ehaiim in den allgemeinern^der neuplatonischen Philosophie aufgehen lassen muß 2). Res. erklärt sich nämlich die Entstehung der neuern oder eigentlich sogenannten Kabbala als eine Reaction und als eine Nachahmung zugleich. Obgleich nämlich der Neuplatonismns unter den Arabern, dann ebenso unter den Juden vorzugsweise durch Maimonides, dem Aristotelismus hatte weichen müssen, so war er doch keineswegs untergegangen, mußte vielmehr seinen Reiz und seinen Einfluß auf solche Gemuther fortbehanpten, denen eine phan- 2) Res könnte sich zur Constatirung, wie früh auch bei den Juden die Bekanntschaft mit dem Neuplatonismns angetroffen wird, auf die zwei von Pinsker in den jetzt unter der Presse befindlichen Beilagen zu den Lekute Kadmonijot S. 47 ff. abgedruckten Briefe des Menachem aus Ghazna berufen, der nach dem Herausgeber zu Saadias Zeit lebte und, wie leicht zu sehen, eine entschiedene Bekanntschaft mit dem Neuplatonismus verräth. da er von aristotelisch-jüdischem Standpunkte aus gegen denselben polemisirt. Aber Res. ist der Meinung, das! man diese Briefe nicht lesen kann, ohne auf den Verdacht zu kommen, daß man einen fleißigen Moreleser vor sich hat. Die Briefe lesen sich nämlich durchaus wie epitomirte und in Reim gebrachte Reminiscenzen aus dem More.