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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 26

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 1
Article
Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
Date
1860-01-01
Page
Seite 26 (sequence 8)
Language
German
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28 Mffensch astliche Aüfsätze, eigenes Moment beziehen (מעין המאורע). Solche-Sabbate hießen, weil sie die Reihefolge der gewöhnlichen Hastora's unterbrechen, Pesikta-Sabbate^). Jannai mag sich nun die Agadas für solche Sabbate zum Thema für seine poetanischen Arbeiten genommen haben. Dafür spricht, daß wir noch von ihm einen ganzen Cyclus (Kerobah) für den Vorpassah-Sabbat (שבת הגדול) besitzen, also hat er wohl auch für die übrigen außerordentlichen Sabbate agadische Liturgieen gedichtet. In einem deutschen Machsor-Codex vom Jahre 1299 (der Breslauer Seminarbibliothek No. I, 2 Bände) findet sich dieser Cyclus, bestehend aus folgenden Theilen: 1) יוצר mit alphabetischen Akrostichen: וולת (2;אתי מלבנון כלה beginnend אומרת אני מעשי למלך• Dieses hat nach dem Alphabete deutlich das Akrostichon י ג י in folgenden Versen: יצאתי אפורה בבערי קשוריה כלה גוב וגלגל וגבעון בהם השכמתי לכרמים יצאתי בהינומא וכתר הלומים Es finden sich aber noch einige Verse in diesem Stücke für Akrosticha einer langen Nameureihe—נצנים — נלאו — גומרת ^צ׳יאטי— זנחתי!1 * * * * 6יעי דזורתי — ימים —י לאטרתיו. Also etwa יני שמן בן זרחיה, so daß dieser Poetan vielleicht Jannai Simon Len Serachiah hieß. Im Talmud ist der Name שמעון oft gekürzt in שמן. Vergl. שמן שמעון—בר אבא, Jedenfalls ist der Namen Jannai gesichert. 1) Zunz hat die Bedeutung des Wortes פפיקהא verkannt und ist dadurch in eine Confusion gerathen, welche seine große Abhandlung über die Pesikia (Gottesdienstl. Vorträge) fast, ganz unbrauchbar macht. Er stellt auf (a. a, O. S. 192): ,;Der Name Pesikia bedeutet: Abschnitt, Section und ist mit Pasuk, Pestk, Piska verwandt, wird daher auch anderweitig als Bezcichnung einer Abtheilung gebraucht." Darauf gründet er seine ohnehin durch die neuaufgefundene Pesikia widerlegte Ansicht von dieser Midrasch-Sammlung. Nichts ist aber falscher als diese Erklärung. פסייקתא bedeutet hier ״unterbrechen" und lehnt sich an die Halacha in der Mischna *לכל מפסיקין לראש חדשים לחנוכה וצו׳ (Megilla 29 a), d. h. die Vorlesungen an diesen Tagen unterbrechen die laufendeu Vorlesungen. Im Talmud wird die Frage aufgeworfen, ob die außerordentlichen Tage auch die pentateuchischen Perikosten, oder nur die Hastora's unterbrechen: לפדר פהשיוה הוא חווה או לכדי 30) הפטרותb); dazu Raschi (29b): הוורין לכפדרן (לאחר פרשיות שקלים וצו׳) לפרד ההפטרות אלפא ההפטרות הופסקו עד הנה אבל לא הפרשיות. Also die außerordent» liche» Sabbate und Festtage unterbrechen die Reihefolge der Perikopen oder Hastoras, und die Agadas für solche Tage heißen davon פסיקתא.

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