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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 25

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 1
Article
Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
Date
1860-01-01
Page
Seite 25 (sequence 7)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 25 wohl auch den ursprünglichen Ausdruck bei, wie der Vergleich eines Kalirischen Stückes mit einer Pesikta - Stelle ergibt (RaPoport Ercch Millin I, 176). Jannai, Kaliri und Salomo der Babylonier waren nun die ersten Agadisten, welche den Midrasch versificirt haben. ' Die Aufgabe war nicht leicht. Sie wollten nichts von dem vorhandenen agadischen Material fallen lassen, und mußten noch dazu als poetische Ornamente alphabetische Akrosticha und Reim dabei anwenden. Daher keuchten sie unter der schweren Last. Der Styl der poetistrenden Agadisten oder kurzweg der Poetanen müßte hart, schwerfällig und dunkel ausfällen. Der ganze Midrasch sollte im Pijut ohne Einbuße wieder erstehen. Das was Jbn Esra an Kaliri's Compositionen tadelt: Härte, Dunkelheit und Gcwaltthätigkeit an der hebr. Sprache, war nicht freie Wahl, sondern gebieterische Nothwendigkeit; ועמדו במקום מדרש פיוט הענין, treffender kann diese Dichtungsart nicht bezeichnet werden. Daher erscheinen Januai's und Kaliri's Compositionen so geschraubt neben, denen von Josü b. Jos^, und selbst schlechter als die von Simon b. Kaipha. Diese beherrschten die Agada in freiem Gebrauch, jene dagegen wurden von ihr beherrscht oder richtiger geknechtet. Die letzten haben zwar den Reim voraus, aber sie entbehren der Kraft und Schönheit. Treten wir jetzt an die drei Repräsentanten dieser Dichtungsart, an Januar, Kaliri und Sälomon den Babylonier näher heran. Jannai.׳ Wir haben bisher auf Grund der Notiz von Jehudi b. Scheschet Jannai vor Kaliri gesetzt. Zn einer sonderbar klingenden Nachricht wird er als Kaliri's Lehrer und Meister angcgeben: ״אוני פטרי רחמתים" ואמר העולם שהוא ימוד ר' י נ יי רבו של ר' אלעזר בריקליר אבל בכל ארץ לוטכרדיא אין אומרים אותו כי אומרים - עליו שנתקנא בר' אלעזר תלמידו והטיל לו עקרב במנעלו והרגו יסלח ה׳ לכל אומרים עליו אם לא כן היה (mitgetheilt von Zunz aus einem Machsor-Commentar in Kerem Chemed III, 25). Mag nun diese Anklage wahr oder erdichtet sein (obwohl es gar nicht denkbar ist, daß eine so geachtete Autorität eine solche im Judenthum unerhörte Handlung begangen), so ist jedenfalls die Annahme bestätigt, daß Jannai älter als Kaliri ist. Nach dem früher angeführten Zeugniß des R. Gerschom hat Jannai gedichtet: קרובות לבל מדר ומדר של כל השנה (Jahrg. 1859, S. 406 Anmerk.). Ganz klar ist dieser Ausdruck keinenweges. Er scheint aber sagen zu wollen, Jannai habe Pijutstücke für die außerordentlichen Sabb ate gedichtet, deren Hastora's (und vielleicht auch pentateuchische Perikopen) sich auf ein

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