Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 6)
- Language
- German
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24 Wissenschaftliche Aufsätze. Dichter das Pijut anstatt das Midrasch auf": — עיר וקדיש זקננו בנימין בר שמואל אמר לפי שכבר דלה החכמה ונתמעטה עמדו במקום מדרש פיוט ה ע נ ין (Raschi Pardcs. x. 43 d). R. Isaak Halevi, Raschi's Lehrer, sagt dasselbe, und nennt,zwei Poetanen als Repräsentanten der agadischen Poesie: ״Weil der Midrasch nicht mehr vorgetragen wurde, so haben die Frommen, Eleasar b. Kalir aus Kirjat Sefer und Salomo der Babylonier, Pisutstücke zum Gebet nach dem Inhalt der jedesmaligen Perikopen gedichtet": ולפי שאין רנילין הנולד, לדרוש בבל מקום מדרש קדושי עליון בנון ר׳ אלעור בר קליד מקריח ספר ור' שלמה הבבלי וגלות ירושלם אשר בספרד וגלות כנעני עד צרפת גם בארץ רומי יסדו מעניני יום .(.0 .1) טוב אזהרות דחג השבועית וקרובות ויוצרות מעניני מתן תורה Wir werden später Gelegenheit haben, diese interessante Notiz näher zu analhsiren. Hier wollen wir nur einen Punkt festhalten, daß das eigentliche Pijut (innerhalb des Gottesdienstes) durch die Vern ach lässig un g des Midrasch entstanden ist. Betrachten wir die ältern, echten, homiletischen Midraschim oder Agada-Sammlungen, ich meine die Pesikta di R. Kahana, die Rabbas auf den Pentateuch, Midrasch Canticum, M. Koheket, Tehillim, M. Abu-Gorion (die sicherlich älter sind als sie Zunz zu machen beliebte, jedenfalls älter als Jannaö und Kaliri): so geben sie sich eigentlich als stenographirte Homilien zu erkennen. Jeder Darscharr oder Homiletiker trug sie mit Haut und Haar vor und nannte beim Vortrage sämmtliche Gewährsmänner der agadischen Sentenzen. Allenfalls fügte der Eine und der Andere eine eigen« Erklärung zu den alten hinzu mit der Formel: ״ דבר אתרeine andere Weise." Diese homiletischen Vorlesungen waren Bestandtheil des Gottesdienstes und folgten den pentateuchischcn und prophetischen Vorlesungen nach. Der Gebrauch, einen agadischen Vortrag innerhalb des Gottesdienstes zu halten, bestand nod) in den babylonischen Lehrhäusern in der saadianischen Zeit, wie Nathan Babli (bei Zacutv im Jvchafin) tradirt; nur war es beliebt, Halachisches und Agadisches zu verschmelzen und die Borträge mit einer Frageformel einzuleiten: מתחיל ב בעי א אומר ברם צריך את למילף (das.), oder ילמדנו רבינו. (In dieser Weise sind die Scheeltot, einige Piecen der Pesikta, der Rabbas und das M. Tanchuma angelegt.) Rach und nach fanden abör die Gemeinden, namentlich im Chalifat, keinen Geschmack an solchen trockenen, Jahr aus Jahr ein repetirten Homilien. Daher entschlossen sich Agadisten, das midraschische Material ׳durch Bersisicirung׳ den Gemeinden schmackhaft zu machen. Sie behielten den Hauptinhalt und