Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Anfänge der neuhebräischen Poesie
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 5)
- Language
- German
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23 Wissenschaftliche Aufsätze. I. b. I.: מחנכיו יחברוהו'לזקני מטהו ובבית רוקחי רקח בשם ישביעוהו נע נם בבכי כי הורשע כפתי והם יבכו פן צדיק ירשיעו S. b. K.: ראשי שבטיו הם נעמתו לו להשביעו בשם בעלית רקחים רד בדמעות כי נחשב כפתי והם בכי יזילו כיי לכך הצרכו In der ganzen Aboda Ben Kaipha's zeigt sich,.daß er Ben Josä's Composition vor Augen hatte, sie kürzte und umarbeitete. Der Letztere kann also als der erste Aboda-Dichter betrachtet werden. Simon b. Kaipha dagegen, obwohl ebenfalls vor Jannai und Kaliri lebend (da er den Reim noch nicht hat) ist jünger als jener. Der Name würde dafür sprechen, daß auch dieser ein Palästinenser war. Die neuhebräische Poesie schreitet von der einfachen Versifikation, deren Repräsentanten die zwei genannten Dichter waren, zum Reime fort. Als erste Poetanen mit Rcimversen gelten, wie schon angegeben, Jannai und Kaliri. Es ist bereits belegt, daß Je hu di b. Scheschet, der Jünger des Dunasch b. Labrat, diese zwei עורכי השיר nennt, d. h. Versifikatoren. Saadia Jbn Danan, der sich Mühe gab, gereimte Piutstücke der ältesten Dichter aufzusuchen, konnte zwar keinen ältern finden als Kaliri: וכבר בקשתי וחפשתי הרבה ומצאתי כי לפני ר' אלעזר הקליד ו״ל לא ידענו ולא נשמעו לנו חרוזים באומתנו ואף על פי שהיו (mitgetheilt von Edelmann in Chemda Gcnusah Einl. XVIII. Unter.חרוז verstehet er offenbar einen gereimten Vers). Aber er gibt zu, daß es noch vor Kaliri gereimte Liturgien gegeben hat, und darunter versteht man mit Recht Jannai, der als Kaliri's Lehrer angesehen wird. Die Jannai- Kalirische Poesie unterscheidet sich von der ihr vorangcgangenen nicht blos durch den Reim, sondern ganz besonders durch das Vorwalten des agadischen Elements. Das ist kein zufälliges Moment, sondern ein wesentlich historisches Product. Man hat Kaliri's Pijutstücke mit Recht versificirte Midraschim genannt, und es wird sich zeigen, daß Jannai's denselben Namen verdienen. Die Composttionen Ben Josä's und Ben Kaipha's haben zwar ebenfalls agadischc Anspielungen, aber nur gelegentlich, wo dieses Element sich von selbst darbietet. Jannai und Kaliri dagegen gehen in ihren Piutstücken gradezu von der Agada aus, legen sie ihnen zu Grunde und setzen eigentlich nur die midraschischen Sentenzen in gereimte Verse um. Woher diese Erscheinung? Zwei Vorgänger Raschi's geben Aufklärung über diesen Punkt und den Schlüssel zum Verständniß der Jannai-Kalirischen poetischen oder richtiger poetanischen Leistungen. Benjamin b. Samuel aus Constanz(?), selbst Poetan, referirt: ״Weil die Weisheit gesunken war, stellen die