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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 11

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 1
Article
Der Kampf
Date
1860-01-01
Page
Seite 11 (sequence 9)
Language
German
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Der Kamps. 11 / seinen selbstverschuldeten Fall rächen; Alexanders Scharfblick wird das Gewebe boshafter Verläumdungen, das polnische höhere und niedere Beamte unermüdlich und mit der schamlosesten Entstellung der Wahrheit um die Juden weben, durchschauen und mit traftiger Hand zerreißen, Wir werfen noch einen Blick auf dm entgegengesetzten Westen. Italien, in welchem neue Zustände sich erzeugen, ziehet die allgemeine Aufmerksamkeit aus sich. Noch ist der Gährungsproceß nicht vollendet; doch verspricht Alles den Juden eine bessere Zukunst. — Hinsichtlich Roms möge nur kurz bemerkt sein: zu Bologna wurde der junge Mortara gewaltsam seinen Eltern geraubt; in Bologna brach der Ausstand aus, der mit dem Abfall der Romagna endigte. Auch erinnert la Tireuse des cartes, die dramatisirte Mortarageschichte, Roni lebhaft daran, wie jene That angethan war, ihm die Gemütber zu entfremden, und wie sie benützt wird, dem ausgesprochenen Gedanken, Rom ist nicht zur weltlichen Herrschaft befähigt, Rechtfertigung zu verschaffen, Wir schließen mit Frankreich und England, die den Bürger nur nach seinen staatlichen, nicht nach den confesstonellen Beziehnngen kennen, und gehen auf einzelne Staaten, in denen die Verhältnisse-einen Fortschritt nicht wahrnehmen lassen, nicht ein. Es dringt von vielen Seiten sich die Wahrnehmung aus: noch gibt es einen großen Kampf. — Aber sollen wir ringen, ist das Streben nach Anerkennung unserer Rechte eine Förderung der Interessen des Glaubens, drohet ihm nicht vielmehr, wie von mancher Seite befürchtet wird, Beeinträchtigung, Erschlaffung der ungetheilten Anhänglichkeit? Dieser in unreifer SWassnng der Lebensverhältnisse wurzelnden Besorgniß muß von vornherein mit der Bemerkung entgegengetreten werden, daß ste, eine Blasphemie gegen den Glauben, aus einer unwürdigen Verkennung seines Gehaltes und Werthes hervorgehet. Würde der Glaube nicht seine Dauer und die Garantie seines Bestehens in sich jüd. Familien, die sich in dieser Gegend angefiedelt, bildeten allmälig eine kleine Gemeinde, und als ein Aerarialgebäude zum Verkaufe kam, acquirirten sie es zum Behufe einer Synagoge. Es wurde aber später ein viel höheres Angebot gemacht, , der Director der öffentlichen Gebäude sah sich in Verlegenheit und berichtete hierüber an den Generalgouverneur. Dieser referirte weiter nach Petersburg, die AngelegentM gelangte an den Kaiser, welcher resolvirte, da die Juden das Gebäude zum Behufe einer Synagoge acquinrt, wird es .ihnen vom Kaiser kostenfrei als Geschenk übergeben.

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