Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Kampf
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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.10 gesehen werden würde." Und dem Juden wurde ohne Bedenken im I. 1847 die Eivilehe ausgedrungen, was i h m Synagoge und Sitte heiligt, fand und findet noch heute nicht Berücksichtigung! Ein Abgeordneter nahm, um seine der Regierungsvorlage entgegenstehende Ansicht durchzuführen, Veranlassung, in seiner Weise diesen Punkt hervorznheben; die ihm gewordene Entgegnung war so nngründlich wie unhaltbar. —- In dem in den weitesten Kreisen Aufsehen erregenden bekannten Vorfall des Breslauer Kreistages hat die früher mächtige Partei sich selbst gerichtet: sie hat nichts gelernt und nichts vergessen. Tief zu bedauern ist, daß in diesem Hergang ein Schatten auf den Preußischen Beamtenstand fiel; die Staatsregierung wird, wie mit Sicherheit anzunehmen, der Wiederkehr eines solchen Falles energisch Vorbeugen. Wir treten über Preußens östliche Grenzen in das Reich ein, zu dem wir uns früher nur mit dem tiefsten Widerwillen wendeten , da uns nur der Anblick willkürlicher Unterdrückung erwartete; heute begegnen wir vielen Spuren der Humanität und des Vorsatzes, menschliche Leiden zu lindern. Sie gehen von dem Throne Alexander II. aus und verbreiten Segen in die weitesten Kreise. Hat zwar eine durchgreifende materielle Berbesserung der Lage der Inden sich bis fetzt noch nicht fühlbar machen können, so hat die vielfach hervortretende hochherzige Gesinnung des Kaisers einen solchen moralischen Umschwung in der Stellung des Juden zum Staate hervorgebracht, daß der Gedanke, der Jude gehöre dem Staate an, in vielen Kreisen, die sich ihm früher absolut verschlossen hatten, ja die das Vorhandensein eines solchen Gedankens nicht ahnten, allmälig zur Geltung gelangt. Wir registriren vor Allem das in den Annalen der Geschichte Rußlands noch nicht Gehörte: eine jüd. Deputation wurde von dem Großfürsten-Thronfolger bei der Feier seiner Großjährigkeit empfangen und von diesem Prinzen mit liebreichen Worten angeredet. —- Daß der Kaiser bei einer Truppeuinspicirnug, in Mohilew bei einem Inden (Aschkanasi) sein Nachtabsteigequartier nahm, ist eine Auszeichnung, auf die die Juden Rußlands stolz sein dürfen. Auch ist ihnen wieder die Niederlassung in der Residenzstadt des Kaisers, Petersburg , gestattet, wie ihnen auch der Aufenthalt in den früher ihnen verbotenen Landestheileu erlaubt ist-). — Nur Polen grollt noch den Juden, will an ihnen 2) Folgender wahrhaft kaiserlicher Zug wurde uns diese Tage mitgetheilt. Es ist jetzt den Juden gestattet sich in und um Kiew niederzulassem Mehrere