Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Prof. Dr. J. B. Roth's Reisen in Palästina
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829234-2829236-2843037--04626-2843082- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Notizem 8Z Am 26. März verließ ich init meinen Leuten, die mittlerweile ineinem nahen Beduinenlager kampirt hatten , die alte Stadt, in welcher es mir besser ergangen war als irgend einem meiner Vorganger, dessen Reisebericht veröffentlicht worden ist. Nachdem die Schlucht im Osten überschritten und die andre Seite gewonnen war. ritt ich drei Stunden lang in südlicher Richtung über eine wellige Ebene , die viele Spuren ehemaliger׳ Kultur zeigte, begegnete einer Zahl kranker Leute, die sich zusammen ausgemacht hatten, den fremwen Hakim in Kerek. dessen Ruf bereits erschollen, zu befragen. Das Dorf Kethrabba blieb links liegen , eben so ein WelySafieh, wo viel Vieh und Pferde auf der herrlich bewachsenen, gut bewässerten, strauchlosen Ebene, die stellenweise den hier zu Lande ganz fehlenden Anblick einer Wies« darbot. Es, wurden mehrere Beduinenlager erblickt zu nicht geringer Bestürzung meiner Leute, die nicht wußten ob Freund oder Feind. Bei einem derselben wurden wir angerufen und zu bleiben dringend cingeladen, ich nahm aber nichts an, besonders da mein Diener in den Sprechern zwei der Leute (vom Stamme der Schreia) wieder erkannte, die. mich im vorigen Jahre bei Usdum angehalten hatten. Sie ,lachten herzlich über die Begebenheit, erzählten, wie ihnen zwei Tage darauf nicht nur die. leichte Beute von den Mcinigen, sondern auch ihr echtmäßiges Eigenthum an Waffen abgenommen worden und wie der eine auch seine Flasche mit Augen- Wasser, die ich -ihm gespendet, .eingebüßt habe. Da der letztere noch wie damals an chronischer Ophthalmie litt, und begierig war i ein neues Fläschchen zu bekommen, entschloß er sich ohne Widerrede, uns zum Nachtlager zu begleiten, nur neun Stunden weit. Und er erwies sich sehr brauchbar und hülfreich; denn bald wurde der Weg, der sich hinabzog in das Tiefthal des El-Ahsy, so furchtbar, daß die genaueste Ortskenntniß (bei meinen Leuten nicht zu finden) erforderlich war, um die Kameele heil hinabzubringen. Der wenig betretene Steig war an vielen Stellen durch Winterwasser abgerissen worden, und selbst die an der Trense geführten Pferde ohne Last scheuten die jäh abfallenden Klippen. Ein gewaltiger Trappdurchbruch in dunkeln Eisenfarben mit seiner Basis bis hinab in das Ahsy-Bett reichend , wurde zur Linken gelassen und die Riffe und Spalten, die er im Kalksteine zu Wege gebracht, theilweise hinabwärts verfolgt. Das Wady hatte geringe Breite, höchstens eine Viertelstunde, . und führte etwa nur den dritten Theil der Wassermenge, welche an seinem Ende, neun Stunden gegen W.-N.-W., angetroffen wird. Aus der andern Seite ging es minder steil Hinan,