Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Prof. Dr. J. B. Roth's Reisen in Palästina
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 6)
- Language
- German
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,37 Notizen. Mangel an Wasser, da die jährlich fallende Regenmenge sehr bedeu׳ tend ist. — Zu den beiden Bächen an der Nord- und Westseite des Berges-, die sich an seiner Nordwestecke zum Terek-Flusse vereinigen, ist der Hinabweg beschwerlich und zeitraubend; sie treiben einige einfache Mahlmühlen, die mit herrlichen Oel-baum- und Aprikosenpflanzungen, als ein wohlthätiges Geschenk aus der jüngsten' bessern Zeit, aus der noch nicht vergessenen Herrschaft der Egypter unter Ibrahim Pascha, zurückgeblieben sind. Der griechische Priester gibt seine Ge meinde zu l000 Seelen an, die aber ziemlich zerstreut im ganzen« Distrikt und über diesen hinaus gegen Süden wohnen, hauptsächlich als Hirten und Ackerbauer. Christen und Mohammedaner rühmen sich, daß sie wie Brüder unter einander leben, und wirklich konnte ich während meines kurzen Besuches nur ein gutes Verhältnis zwi schen beiden wahrnehmen. — . Mein Erscheinen in fränkischer Kleidungerregte Anfangs nur Neugier, keine Ungezogenheit wie anderswo., und nachdem jedem Applicanten ohne Unterschied Arznei oder Rath gespendet worden^ konnte ich mich selbst einer Zuvorkommenheit der Bevölkerung ersteuen. Diese war zur Zeit nicht bedeutend; nur ein Drittel derer, die hier im Winter wohnen, war zurückgeblieben, die andere mit dem Vieh aus den Sommerfrischen unter Zelten. Auch der Schech der Muhammedaner, Midfchelly. über welchen sich die früheren Reisenden wegen Erpressungen bitter beschweren; war abwesend, weit im Osten; dies hatte für mich den schweren Nachtheil, daß ich nicht in dem Districte herumreisen konnte, wahrend mir von anderer Seite Glück gewünscht wurde zu dieser Verfehlung des Häuptlings, denn man sagte mir gradezuj mein Gaffr, d. imein Ehrengeschenk, würde als viel zu geringfügig abgelehnt werden. So ließ ich .-dasselbe "für ihn zurück und will nur hoffen, daß der nächste Europäer der Kerek betritt, nicht', dafür leiden müsse. ׳ Der Osten von Kerek wird beschränkt durch eine mäßig hohe Hügelreihe, hinter welcher unmittelbar ein seltenes, unterbrochenes weites Flachland als Hochebene beginnt; bei Rabba, 3 Stunden im N. O.. geht schon blasiger Basalt an, der früher für Kerek schöne Platten zur Bedachung Und Bekleidung der Wände lieferte. Der Kerek-Berg ist gebildet aus Kreide mit einer gewaltigen obern Schicht von Feuerstein; an dem Abhang gegen N.-geht ein Trappgang zu Tage aus, der nicht viel Verwerfung zu Wege gebracht hat. Die Seiten des Berges sind mehr kahl als die. jenseitigen Höhen, welche auch ohne Kultur einen herrlichen Pflanzenwuchs zeigen; übrigens