Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Prof. Dr. J. B. Roth's Reisen in Palästina
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 5)
- Language
- German
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36 . RotizM werden konnte. Dann begann die Ersteigung des/ Passes Eharasi; auf -seiner halben Höhe ist eine kleine Ebene mit unbedeutenden Ruinen, genannt einfach Abu. Angekommen auf der Höhe erblickten wir das Kerek - Thal mit senkrechten Kalksteinwänden wie im Kidron- Thale bei Mar Saba; wir zogen eine Strecke auf der ״Höhe deslinken Ufers fort gegen Osten; die Zeit war aber so vorgerückt und die Thiere so ermüdet, daß wir zwei Stunden vor Kerek bei der Quelle Ersis lagern mußten. In dem Paste von Charisi fanden sich cigettthümliche, wie durch Feuer bewirkte Veränderungen des Kalksteines, wie Oefen ausgeh öhtte, unregelmäßige Kegel mit verhärteter, jedoch sandiger Außenschaale und sehr zerreiblichem Innern. Der Vergleich mit Blasen lag nahe. Es zeigten-sich auch einzelne Trappgange und die Kalksteinschichten fielen stark nach W. ein. 22. März. In dem Verfolg des Kerek-Thales. das gegen 200 Fuß unter uns lag, ein wildes Ehaos von Felsenblöcken, trafen wir mehrere starke Quellen mit herrlicher Vegetation ringsum z. 23, um Jidri, 1Hz Stunden von Kerek. Beduinen vom Stamme der Haggia hatten nahe am Wege ihr Lager aufgeschlagen, und dahin mußte sich meine Escorte begeben, da -ein Vorüberziehen ohne Ein-- kehr als schwere Beleidigung angesehen wird. Ich setzte, meinen Ritt mit den Kaufleuten ganz unbelästigt fort und erstieg den hohen Berg von Kerek, wo ich um 8 Uhr Morgens ankam. Meine Briese aus dem griechischen Kloster in Jerusalem verschafften mir die bereitwilligste Aufnahme in dem besten Haüse der Stadt, dem . nur von einem einzigen Mönche bewohnten griechischen Kloster neben der Kirche. Die Häupter der nicht unansehnlichen Christengemeinde stellten sich bald ein, und verließen mich nur zu selten während meines viertägigen Aufenthaltes. Kerek liegt auf einem hohen, von drei Seiten natürlich, aus der vierten künstlich, isolirten Berge; die Area des Gipfels hat etwa eine Stunde im Umkreise und war sicherlich früher ganz eingenommen von Festungswerken, Gärten und Gebäuden. Ersten׳, aus der Kreuzfahrer- und nächsten Sarazenenzeit, liegen ggnz in Ruinen, die Gärten sind nur ärmliche Tabakspflanzungen und die Häuser, mehr-unterirdisch, Anfangs schwer zu-unterscheiden, da man über viele wegschreitet, andere nur eine nachlässige Mauer von 3 Fuß über dem Boden zeigen. Unähnlich der Bauart in Palästina, die wegen Mangels an Bauholz überall Gewölbe und, Kuppeln anbringt, sind hier die Dächer flach, aus rohen Balken mit Flechtenwerk und festgetretener Lehmerde, bei bessern Häusern auch eine Art Cement; fast jedes Haus'hat eine geräumige Cistern« aus alter Zeit und nie