Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Prof. Dr. J. B. Roth's Reisen in Palästina
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 4)
- Language
- German
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Notizen. 3s bildet durch Quarzsand und die befruchtenden süßen Wasser des El« Ähsa oder Ahsy. der mit einigem Fleiße von den Ghoarni-Beduinen in zahlreichen Kanälen über eine große Strecke geleitet wird. Ueppig stehende Getreidefelder׳ von Dornenhecken'umgeben, liegen mitten in einer Baumwildniß, durch welche .man sich nur schwer, durcharbeiten kann. Bäume und Gesträuche, die man sonst nicht in Palästina sieht, und die mehr dem glücklichen Arabien eigenthümlich sind, kommen hier zugleich mit den auch größere Dimensionen als gewöhnlich einnehmenden, allgemeiner verbreiteten Nebek-, Talh- und Törfa-Bäumen (Rhamnus, Acacia, Tamarix) vor, und Schlinggewächse verbinden sich unter einander. Kleine Pflanzungen von ׳Indigo und Tabak, von Bohnen und Gurken zeigen schon, daß die Ghoarnis, obwohl aufs Aeußerste ver« achtet und mißhandelt, nicht nur von ihren Nachbarn, den Beduinen, sondern auch von europäischen Besuchern, die. von ihnen als einer verkommenen Raee, etwa wie von Buschmännern reden, keineswegs auf einer so niedrigen Stufe stehen. Wir fanden bald einige dieser Ackerbau treibenden Beduinen,'die uns in ihr großes, ständiges Zeltlager führten, wo wir nicht nur alsbald gastlich bewirthet, sondern aüch über Nacht zu bleiben genöthigt wurden. Es ging eine große Vertheiiung von Medici» vor sich, vom Schech an bis zum Geringsten. Ich sah kein Find, das nicht am Wechselfieber (Skuni) zu leiden hatte; das Leiden ist seltener bei Erwachsenen, welche dafür oder in Folge davon allerlei Abdominal - Verhärtungen an sich tragen; man sieht selten zwei gesunde Augen, dagegen Hornhaut- und Linsen- Verdunkelungen so häufig wie in Egypten. 21. März. Da ein heißer und langer Marsch bevorstand, wurde sehr früh ausgebrochen, durch das Ghor gegen Morgen, wobei die nächsten Berge aus buntem Sandstein, in denselben grotesken Formen wie in Petra, zur Rechten blieben, in einer Entfernung von einer Stunde. Die Fruchtbarkeit hörte bald auf mit dem Wasser. Wir kamen auf höhern Grund mit sehr viel Gerölle aus buntem Sandstein, Granit und Grünstein-Breccie, daneben wirkliches Dschungel, hauptsächlich aus Tamarisken. Bei der Quelle El-Merah ist ein 'Wely - Schech - Salch mit einigen Ruinenhaufen und Gerstenfeldern, in welche meine übermüthigen Begleiter ihre Pferde führten. Nach 7 .Stunden erreichten , wir das Flüßchen Ed-Drae, das auch zur Südostecke der Halbinsel Mezran in das todte Meer sich ergießt. Wir lagerten ungefähr eine Stunde an dem Bache in einiger Höhe, von wo die ganze niedrige, zum größten Theil öde Halbinsel übersehen 3 *