Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Prof. Dr. J. B. Roth's Reisen in Palästina
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 3)
- Language
- German
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Ausrüstung der Escorte von sechs Mann nahm nicht vieb Zeit in Anspruch. Am folgenden Morgen, am IS. um 10 Ahr, konnte-die Karawane von 13 Menschen aufbrechen mit 9 -Pferden, 4 Kameelen und '4 Eseln. Wir zogen von Wadi Seyal über die Höhe gegen S. S. O., denselben^ Weg,- den ich voriges Jahr hinabwärts genommm hatte. Der erste Blick aus das To die Meer eröffnete sich durch ein Thal, das wir 'links ließen, genannt Dananir. Wir stiegen den Paß Es-Aoneira ohne ÄessBesHwÄdr -Histab undlagerten nicht fern vom Ausgange desselben in einem ckleiNen Seitenthal. Während des Marsches hatte sich viel wildes Kriegsgeschreihinter uns erhoben und׳ eine Bande Keulenträger ward sichtbar; die sich vergewissern wollte, ob wir nicht eigentlich Kamecldiebe seien. 20. März. Um 6 Uhr früh weiter den Paß hinaus an das Steinsalz-Gebirge von Usdum. Die Viesen großen und kleinen, ganzen und halben- Kegel aus thoniger Erde - welche vor und an der Steinsalzbank von Usdum gelagert erscheinen-und welche ,- zwar etwas übertrieben, dargestellt sind auf zwei der Kupfertafeln zn Lynch's Jordan-Expedition, sind nur verwitterter, d: i. ausgelaugter Salzstein und finden sich an vielen andern Orten der Westküste des Todten Meeres und des rechten Jordan-Ufers. Sie Distanz zwischen dem Salzgebirge unddem Wasserrande des .Todten Meeres׳-ist an einer Stelle sehr gering, nur 200 Schritt, und Treibholz auf dem Trockenen zeigt , daß in der Regenzeit auch diese kleine Strecke überfluthet ist; aus vielen Klüften strömen im Winter salzige Bäche hervor und schaffen in der kurzen Zeit mächtige Verheerungen im In- Hern und an der Außenseite des Djebel el Mel'h. Wir überschritten daS Südende des Ghor (oder vielmehr Las Ghor des Südendes des Todten Meeres) ohne viele Mühe; es trug schon gut die Lastthiere, welche nur in und nahe bei den acht Rinnsalen, die aus der Araba Herabkommen und jetzt auch nicht mehr flössen (bis auf das der Quelle En - Araus), tief einsanken. Der salzthonige Boden und das Wasser sind gleich salzig und ohne alle Vegetation? Im Hochsommer tritt eine andere nicht geringere Schwierigkeit der Passage ein. Der Boden zerklüftet sich nämlich in unzähikge Risse bis zu einer Tiefe von etlichen Fuß, und ist höchst unsicher für einen schweren Tritt. Gerade in ׳ der Mitte der nackten Fläche -fand ich große Massen voll Gebeinen von Ziegen und Schafen, welche, letzten Winter während eines Schneesturmes von Kerek Herübergetrieben, hier im Schlämm versunken waren. Wir brauchten!1/2 Stunden zum Uebergang überdiese gefährliche Stelle Und beschritten dann das Ghor Safieh, ge-