Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Prof. Dr. J. B. Roth's Reisen in Palästina
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 2)
- Language
- German
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Notizen. 33 belief sich die vereinbarte Summe für Escorte, Pferde und diese Geschenke aus 7000 Piaster, zu welcher ich mich entschließen mußte, dakeine Aussicht war, auf andre und billigere Art diese Reise machen zu können. Wie gewöhnlich bei diesen Halbwilden, die keinen Begriff. von dem Werthe der Zeit haben, ließen mich meine Begleiter zwei Tage warten; statt am 15. März konnte ich erst am 17. von Jerusalem nach Hebron aufbrechen, das, entsprechend einer höheren Läge, eine weniger vorgerückte Vegetation, jedoch volle Frühlings- Flora zeigte. In der Nacht siel die Temperatur auf -j- 2,2« 0.,. sehr empfindlich unter einem dünnen Zelte. Am 18. hrach ich um 9 Uhr von Hebron auf; es schloffen sich mir einige Kaufleute aus Kerek an, auf ihrer Rückreise dahin. Wir verfolgten die gewöhnliche Route nach Kirmel (oder Kurmul, dem Karmel Nabals, 1 Sam. 25, 2), bis wir es ansichtig wurden, bogen aber dann links ein in das Wadi-Et-Touani, das oben etwa 1/2 hör. gegen O. von Kirmel .einige Ruinenhaufen und an dem Gehänge der rechten Seite viel Ouellwasser hat. In der Thalsohle guter Anbau, Getreide und Linsen. Raetama, Raetam, Boiff. (Retem der Araber, Genista monosperma, I-inu.) stand in voller Blüthe, als ״Plantagenet" ein , historisch Merkwürdiger Strauch. Ueber welliges Land, aus Schutt bestehend, das selten die Kalksteinschichten sehen ließ, kqm ich in das Beduinen-Weideland, das sich hauptsächlich auszeichnet durch die gänzliche Abwesenheit jedes Strauches oder Baumes. Kameele, Ziegen und Schafe lassen nichts perennirendes aufkommen; selbst die scharfen Milchgewächse, Euphorbien und Ascleziadeen sind nicht sicher vor ihnen. Um 4 Uhr Nachmittags kam ich bei den Zelten der Jehalin an und schlug dasmeinige an einem Orte auf, der nun Wadi Seyal hieß, eine^Stunde nordöstlich von dem Platze, .wo ich sie vergangenes 'Jahr im April getroffen hatte. Sie wollten am nachsten Tage auch diesen Lagerplatz wieder vertauschen mit einem zwei Stunden abwärts gegen N. O. in demselben Wadi Seyal gelegenen, aus Furcht vor Räubereien eben-ffetzt anziehender Beduinen aus der großen Wüste Nh, welche an dem bevorstehenden Kampfe zwischen Abu Gosch und den Beduinen von 'Paza Theil nehmen wollten. Auch andre unbequeme,Eindringlinge hatten die Jehalin auf dem Halse, Beduinen aus Wadi Musa, die wegen mangelnder Weide und Strenge des Winters ihre gewöhnlichen Reviere zeitweilig verlassen hatten. Alles dieses schien mir nichts Gutes zu bedeuten,, und wirklich, wenn der Kontrakt nicht schon früher geschloffen gewesen wäre, hätte ich jetzt keine Begleiter mehr bekommen. Die Auswahl und Frankel, Monatsschrift VM. 1. 3