Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erkennen und Verkennen
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 13)
- Language
- German
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Erkennen und Verkennen. 15 Nach Anderen nur 'auf den Wunsch seiner Eltern in den jüdischen Glaubenaufgenömmeu werden " (Ketubot 11, Jore Dea 268). ,/UD auch der mit seinem und seiner Eltern Willen Ausgenommene kann bei erlangter Größjä hrigkeit wieder aus dem Juden- HMuuÄreten " sdäsi). —; Der jüdischeGlaube' will sichüberhauptnicht aufKösteNs der SeelenruheAndersglaubeNder bereichern': er Mcht. daher streng nach den Motiven des Uebertritts und׳ ML innere Ueberzeugung (Jebamot 47, Jore Dea das.). Wahrlich! es spricht sich in dem Haschen-und Jagen nach Seelen, sei׳ es dürch die harten Mittel der Ausschließung des Juden von dem ihm als Menschen und die Wichten gegen den Staat erfüllenden MrDr'zukömmenden'Rechten /'sei es' durch-Ueberredung und Umstrickung mit verwirrenden' und betäubenden Worten, eine unwürdige Verkennung der Liebe Gottes aus. Möge doch die Liebe zum Bewußtsein des Rechts kommen , um׳ zu erkennen / Me lieblös sie ist! Gesetzt , ׳ es ist gelungen, einen Juden durch, seine Gegenwart uud Zukunst bedrohende Provisorien und unausgesetzte Plackereien über Grundbesitz u. s. w. zum Abfall zu treiben / aber er wird den quälendsten Gewissensbissen in die Arme geworfen, er hat mit seiner Seelenruhe für alle Zeit gebrochen / jeder Tag, jede Stunde steht ihn mit den tiefsten religiösen und moralischen Schmerzen/ ringenund dieses soll Ausfluß der Liebe sein, so göttliche Liebe Menschen beglücken? — Und sie kann auch nicht ein Uchherziehen im Lande, um Seelen zu fangen/ billigen׳ und als ׳׳gottgefälliges Werk erklären. Welche Umstände überdieß das Treiben auf diesem Gebiete begleiten, welche feile Interessen NNd Absichten - den eigentlichen Zielpunkt dieser Bestrebungen zu bilden ׳ pflegen, ist zu׳ ekelerregend , um) da es auch zu bekannt Ist, Näher׳ bezeichnet zu werden. ' ׳ Das Judenthum kennt nicht Proselytenmacherei und spricht Jedermann die Zähigkeit , ׳selig zu'werden , zu: dieses sind die zweiAngelpurikte, um die es sich nach seiner Auffassung von Liebe uud Gerechtigkeit bewegt. Freilich haben manche kluge Herren, die den׳ Dingen auf den tiefsten Grund schallen, der Welt׳ eine MM/HchpaM' Belehrung/gegeben. Der Aesthetiker Röscher, dem Adolph St-ahr in seinem neuesten Werke ״Lessing's Leben - und Schriften " beitritt, hat die wunderbare Entdeckung gemacht: der Jude ist aus Exclusivität und in dem stolzen Gefühle seiner 'Bevorzugung dem PröselytenwefeN abhold. Dem Aesthetiker mag als׳ Gefühlsmenschen Manches nachgesehen werden; an deN Bio-