Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1859-01-01 · Heft 1 · p. Seite 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 1
Article
Erkennen und Verkennen
Date
1859-01-01
Page
Seite 14 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2829132-2829234-2829236-2843033--04595-2843057
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

14 Erkennen und -Verkennest: . i:- - Das Judenthnm nimmt 5 Gerechtigkeit und Liebe zuseiner Grundlage (vgl. Ps. 89, 15) und wahrt hierdurch die Würde des Menschen. Dem Menschen ist ׳Freiheit des Willens und Freiheit . des Wirkens eingeräumt; macht er vost dieser׳ Freiheit den dernunstgemäßen Gebrauch, so wird er vor Gottwürdig' des׳ Lohnes gefunden.. Dieser Lohn ist aber, so Wrt-das Judenthnm weitet, Nicht Gstadenact / Äusflutz der Liebe, sondern innersttBedinMsttz -deL^K'tteWgkeit-GstteSt seine Liebe stehtüber-manche Menschliche -Schwäche weg,! seine Gerechtigkeit aber kann ohne in innerst Widerspruch mitsichzu - gerathen, nicht anders als das Gute belohnen. .Darum ist - dem Judenthum der Gedanke fremd, der Mensch -sei an sich ein verworfenes, von Geburt mit Sünden beerbtes-Md bestecktes Wesen: das Judenthum erhebt sich ׳ über die an sichselbst lverzweifelnde Demuth und das schwächliche- Gefühl der Liebe ,-ist welchem der, Mensch sich selbst aufgibt, -um durch - Liebe Alles zu gewinnen r esist sich bewußt det- Würde des Menschen.- -Hat Gott dem Menschen in seinemHbestbildeerschaffen p fr (011 >'ber■ nichtein vor-ihm kriechender Würm, sondern ein im Bewüßtsein seiner B egabung mit Selbstgefühl wirkend es Wesen - seint Dieser rachsüchtige, eifervolle Gott j wie - steht in feisten Augen der Mensch groß! - - -i --- ׳- 'u- -- -- ----- Und weil Gott nicht, mindergerecht -alsliebend ist, darum -hat׳das-Judenthum -seit undenklicher Zeit den großen Saß-ausgespröchenr ״Die Frommen-aller Völker haben Theil an der ewigenSeligkeit" - (Synhedrin -105). Eine natürliche Consequmz der Asterkennung - der- Würde des Menschennicht minder als der -im Weftn Gottes begründeten Gerechtigkeit. -DerMensch -an - sich kann edle Handlungen vollbringest, denen den Lohn ׳ zu-verringern wer Gerechtigkeit Gottes widerstreitet: -4 Wir glauben-,-'-daß schön dieser Ausspruch, zu dein - in der Reihe der Confessioneu nur das Judenthum sich erhob, genügen dürste, um' es einer gewissen- MsteW- -Prüfung--. zU-׳nnterziehen. ׳ - Es bedarfferner kaum der Erwähnnstg) daß das Judenthum in sein er-Anerkennung der menschlichen Würde das natürliche Rechtdes Menschen hochstelle. Es muß daher seinem eigentlichsten Wesen ,näch-seden Zwang zur Annahme des Glaubens herhorresciren: der -gü einer traurige Berühmtheit gelangte Fall zü Bologna hat, so er;Mxanst seinem Gebiete ereignete, nicht Gültigkeit, der Glaube w eist - -ihn nach , seinem innersten Princip der Gerechtigkeit - zurück. ״ Ein minderjähriges Individuum känn nur ans feinest Wunsch,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.