Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Licht und Schatten
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Licht und Schatten. 17 entwöhnt wurde, wo wird es, berangewachsen, den Glauben, die GlaubenSbrnder wiederfinden? Grwägen wir noch, daß nach manchem Principe die d)1iftUd)0 3chulc von einem sich ans alle Unterrichtsgegenstände erstreckenden speeisisch. christlichen Geiste durchdrungen sein soll, sieden wir ferner in Betracht, das? mancher Lehrer dem jüdischen Kinde manche ihm am Sabbat naeb seinen religiösen Vorschriften nicht gestattete Arbeit nicht erlassen will, gesteben wir uns endlich, das; der anfierbalb der Schule ertbeilte Religionsunterricht bei dem Kinde einen Theil seiner Wirkung verliert, weil er außer dem regelmässigen Gange des Unterrichts und der Unkerrieblsstniiden liegt und das Kind ibn nur als Beiwert betrachtet: so sprechen für die jüdische Schule so viele zwingende Momente, das, die entgegenstebenden Rücksichten ihnen weieben müssen. Man muß in GlanbenSsachen in sich ^m° Klarheit kommen, muß den Mntb Habens der Wahrheit offen in'S Gesicht zu sehen?:nd sie offen ansznsprechen. Beantworten wir also die Frage in ihrer Nacktheit ttnd Ursprünglichkeit: sollen unsere Kinder noch weiter sich bewußt werden der Bestinunnng der Juden, sollen sie noch weiter den Glauben wahren und tragen? Wohlan, so müssen Gotteshaus und Schule wirken, so muß vorerst der Jude als Glanbensvolk, dann erst der Jude in den sonstigen Lebensbesiebnngen zur Berücksichtigung kommen. Die Halbheit, die Oberflächlichkeit täuscht sich gern über Gegenwart und Zukunft, freut sich über eine Nivcllirnng, die manches ,,Schroffe nnd Gckige" abschleift und sicht nicht, oder will nicht sehen, wie aitch das Wesentliche wegnivellirt werde. Man werde sich bewußt, was mau will, was man für die Jugend wolle» muß: dieses Gebiet ist heilig, nnd nicht soll eS durch Halbes und Unhciliges entweiht werde». Wersen wir nun auch einen Blick ans einen dem religiösen Unterricht nicht fern stehenden Gegenstand, ans den Anbau der jüdischen Wissenschaft. Das allenthalben zur Geltung gekommene Moment der Wissenschaftlichkeit hat,sich auch auf dem Boden des IudcnthnmS Bahn gebrochen, und schon darf von einer jüdischen Wissenschaft, von. einer wissenschaftlichen Behandlung des JudenthnmS nnd der vielfach mit ihm verbundenen und verketteten Zweige, gesprochen werden. Aber die jüdische Wissenschaff ist jung, hat zwar einen erfreulichen Aufschwung genommen und in kurzer Zeit ein bedeutendes Stadium durchincssen, aber sic muß sich bewußt werden, daß in der Wissenschaft die Jugend Frankel, Monatsschrift. VLl. 1. 2