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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 1 · p. Seite 18

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 1
Article
Licht und Schatten
Date
1858-01-01
Page
Seite 18 (sequence 16)
Language
German
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18 Licht und Schatten. nur eine Durchgangsperiode ist, die überwunden werden muß, daß die jene kennzeichnenden Manifestationen, Gedankcnsprünge, kecke, Honbigantische Kombinationen, auftauchende Einfälle von der gereiften Wissenschaft znrückgewiesen werden. Sie will Grundlickkeit und auf sicherer Unterlage gcbauete Resultate, erheischt heiligen Ernst und verwirft daö glänzende Spiele», macht die Wahrheit, nicht das Glänzen zu ihrer Devise. Mit Bedauern muß ausgesprochen werden, daß nach manchen Erscheinungen zu urtheilcu, die jüdische Wissenschaft nicht nur nicht ans den! Ttadium der Jugend beranSgetreteu, sondern in ein kindisches, mit bnntcul Flitterwerk spielendes zurückzitfallcn droht. Und diese Wahrnehmung erfüllt mit Bcsorgniß für die Würde des Judenthums. Das Jndcnthum muß suchen eine Achtung gebietende Stellung einzunehmen, und diese kann nur durch gründliche Durchbildung erworben werden. Produkte, denen das Zeichen der Unbesonnenheit und der Sucht nach Paradozien aufgedrückt ist, sprechen von Abwesenheit des wissenschaftliche» Bewußtseins und täuschen die Erwartungen, die man von mancher Seite von dem Ausbaue der jüdischen Wissenschaft hegt. — Daß die feindselige Stellung, die die Pfleger und Anbauer der jüdischen Wissenschaft einander gegenüber einnehmen, Manches zu diesen traurigen Auswüchsen beitrage, daß die leidenschaftliche Berkennung und gegenseitige Mißachtung einer gedeihlichen Gestaltung tiefen Eintrag thnn» eine wissenschaftliche Norm und Diseiplin nicht auft'ominen lassen und daher Jeder mit sich zu beginnen, Jeder, und sei es auch nur durch einen Zeitungsbericht, Auwartschaft ans Autorschaft zu haben vermeint, ist eine schmerzliche Wahrnehmung, die ebenfalls ans eine frühe, unreife Jugend zeigt. — Doch wir gedenken, daß durch Kampf der Weg zum Lichte führt, vom Fehlen .selbst die Mahnung und der Aufrnf zum Bessern ergehe. Wie der sittliche Mensch von vorn ansangen muß, so ist es auch auf dem Wege der Wissenschaft vorgezeichnet: sic muß verschiedene Phasen durchlaufen, muß durch Irr- und Abwege zur Wahrheit gelangen. Und rufen wir uns den tiefen alten Spruch zurück: ״sie ist nicht im Himmel," muß vom Menschen erworben werden, so ist die Hoffnung gerechtfertigt, auch wir werden nach Abirrungen zu ihrem Erwerb gelangen: die Schatten schwinden , das ewige Licht der Wahrheit bleibt. Frankel.

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