Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Licht und Schatten
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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IG Lichr und Schatten. objecliven Standpunkte aus. (Ls wird für Simultanschulen geltc»d gemacht, sie seien durch zeitliches jugendliches Sichancinanderschließen das geeignetste Mittel zur Annäherung der Consessioneu und zur Unterdrückung des Rcligivnshasses, sie tragen bei, manche besondere Sitten und Gewohnheiten abznschleisen u. dgl. mehr. Und wohl sind diese Lichtseiten nicht zu verkennen; auf die höhere Lehranstalten besuchende erwachsene Jugend übt der Besuch christlicher Schulen, so sich nicht Zeichen der Intoleranz bei Vorstehern und Lcbrern geltend machen, einen die allgemeine Bildung ungemein fördernde» Ginfluß. Der zarten Jugend hingegen, dem Kinde, in dein erst das religiöse Gefühl erwacht, der religiöse Begriff geweckt »nd entwickelt werden soll, ist die jüdische Schule ein tiefes Bedürsniß. Der Jude rechnet sich als Volk des Glaubens, und diesen Beruf zu erfüllen ist die ihm von der Vorschnng zugethciltc Bestimmung: nur wenn dieser Bestimmung genug gethan ist, mögen andere Rücksichten sich geltend machen. Wohin das Abschleifen des Gonsessionellen, ehe noch das Consessiouelle zum Bewußtsein gekommen, führen muß, ist leicht wahrzunebmcu: welche Ginflüsse vereinigen sich hier, den schwachen religiösen Keim zu erdrücken! Gin wichtiges Moment des Glaubens bilden im kindlichen Geinüth die Ruhe- und Festtage, sie sind ihm die eigentliche Poesie des Lebens; die jugendliche Lust, die sich da frei cutfaltew kann, die gesprengten Fessel» des Schulzimmers, der freie jugendliche Aufschwung, den der Schulstaub nicht hemmt, sie bilden die wonniglichen Elemente, in denen das Kind freudig schwärmt und aus ihnen nachhaltige religiöse Erinnerungeu in das Leben mitnimmt. Dem die christliche Schule besuchenden Kinde haften diese Erinnerungen nicht an seinem Ruhetage, nicht an seinen Festtagen, sondern es trägt sie auf die Feiertage anderer Confessionen über. — In dem Kinde wird - ferner durch den sabbatlichen Besuch deö Gotteshauses das religiöse Gefühl lebendig angcfachr und es prägen sich tief in seinem Gemüthc die heiligen Eindrücke der Gottesstättc und der gottesdienstlichen Versammlung ein; durch den Besuch uichtjüdischer Anstalten, der auch am Sabbat nicht unterbrochen Werden kann, wird es seinein Gokteshansc fremd, da die Schulstunden mit den Stunden der Andacht zusammenfallen; und wenn schon der frühesten Jugend die heilige Anregung abgeht, welche Stimme wird später sprechen und mahnen, welchen Vereinigungspunkt wird ihm das Gotteshaus abgeben, von dessen Besuch es ,zeitlich