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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1858-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 1
Article
Licht und Schatten
Date
1858-01-01
Page
Seite 15 (sequence 13)
Language
German
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Licht und Schatten. IS Träger eines Ewigen, Unvergänglichen und durch dies unvergänzlich. — Und diese Uebcrzcugnng ist so scst begründet, daß wenn auch das innere Lebe» sich zu trüben scheint, hierin nur eine vorübergehende Erscheinung, eine augenblickliche unregelmäßige, den inner« geistigen Organismus kaum von fern berührende Bewegung wahrzunehmen ist: das Iudentbnm findet sich allmälig wieder zurecht, weiß, man könnte fast sagen instinctmäßig, die ihm zugcmcsscne und znkommcnde Bahn anfzufinden und anf ihr ungehemmt fortzuschreiten. Wir dürfen mir erinnern, wie es die unseligen Bestrebungen des vorigen Decenniums, wo viele seiner sogenannten Vertreter sich die Hand zum Umsturz reichten, znrückwies und die Gemeinden bald ans dem Taumel, in welchen jene sie hineinzurcißen suchten, zum bessern Bewußtsein erwachten. Und zieht man hierbei noch in Erwägung, daß die Synagoge ein eigentliches Kirchenrcgiment nicht kennt, daß Deutschland sogar eine höhere maßgebende geistliche Behörde nicht besitzt und sie auch da wo sie bestellt (Frankreich), eine inguisitorische Aufsicht über Functionen und Handlungen des NabbinerS nicht führt, der Schwerpunkt also in der Gemeinde liegt, so tritt um so überzeugender hervor, daß die Gesammtheit in sich ein starkes Bewußtsein bewahrt; und es darf hieraus auch Berührgung über die, wenn auch nicht ungegründeten Klagen über Zudifferentismus und den nur den Genuß berechnenden Matcrialismus gefaßt, und die Ucberwindung dieser in der Zeit gelegenen und mit ihr sich ändernden Verhältnisse mit Zuversicht gehofft werden. Aber nicht darf die Zuversicht zur einschläfernden Ruhe führen: Leben erheischt Thätigkcit und bewährt sich nur durch sie. Es ist so Vieles auf dem Gebiete des Glaubens zu wahren und zu schirmen; wir. heben hier Einiges hervor, das durch neuere Vorgänge eine genauere Beachtung beansprucht: den Jugendnnterricht, und den Anbau der jüdischen Wissenschaft. — Die israelitische Gemeinde zu Wien wurde von dem CultuSministerium beauftragt, eine jüdische Schule zu errichten, die die Kinder jüdischer Eltern zu besuchen haben. Der Vorstand legte gegen diese Verordnung Necurs ein, der formell gerechtfertigt erscheint, da die Verordnung auSsprach, daß -jüdische, Kinder von dem Besuche christlicher Schulen mit Ausnahme obwaltender localer Umstände ausgeschlossen sein sollen. Fassen wir aber diese für die religiöse Erziehung so wichtige Frage vom

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