Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Licht und Schatten
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 8)
- Language
- German
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10 Licht und Schatten. abermals durch du Spiel unlauterer Leide»schäften an sich zum Berräthcr geworden und in diesem kurzen Kampfe vom Neuen seine Lebensnnsähigkeit bewährte, mag man sich nicht gern zum Bewußtsein bringen; der Jude soll die Sühne bieten für den Untergang des Vaterlandes. Nicht von Nüssen, sondern von Polen wird nun der eigentliche Judenhaß zur Schau getragen; die Polen fürchten, die Huld des Kaisers könnte auch den Inden zu Theil werden, darum streuen sie die bittersten Verleumdungen gegen die Juden aus und stacheln durch öffentliche Organe (den zu Krakau erscheinenden Czas und den Warschauer Curier), wie durch andere Schriften zum Hasse auf*). So hat die Huld des Kaisers Hoffnungen geweckt, aber auch neue Kränkungen hervorgerufen; die Jnkunst verspricht heiter zu werden, die Gegenwart umdüstert sich mebr. Doch ״in dem lichtvollen Blicke des HerrscherS liegt Leben" (Sprw. 10, 15); durch die Schatten des Hasses und der Böswilligkeit wird daS Licht Alexanders II. dringen, und Israels langjährige Leiden ün russische» Reiche werden sich in Dankgesänge gegen den milden, Linderung bringenden Kaiser nmwandeln. Im Osmanischen Reiche hat ein Hat-Huntayun die völligc Gleichstellung der Inden ausgesprochen; aber bei den das Reich erschütternden heftigen Bewegungen kamt schwer ermessen werden, ob der großherrliche Ferman zur Wahrheit geworden. Dieses jedoch ist mit Sicherheit zu eonstatiren, daß der Sultan sowie die Großwürdenträger humane Absichten gegen die Juden hegen und gern jede Unbill von ihnen abwenden..— Der in der Moldau und Walachei zusammengetretene Divan hat m seinen Beschlüsse» allgemeine Freiheit ohne Unterschied der Confession ausgesprochen. Aber es ist sehr fraglich, ob überhaupt die Beschlüsse dieses DivauS die höhere Genehmigung erhalten werden. '» Der (5zas und der Warschauer Curier beobachten auch das löbliche Prineip, eine Entgegnung gegen die gebrachten gehässigen Beschuldigungen entweder uicku auszunctuucn, oder sie durch von der!)tcvactiou gemachte hämische Anmerkungen zu paralysiren. Sebr traurig ist, das! die Karäer sich mit dieser Partei zrir Unterdrückung der Juden vereinige». Zn der von Svrakomla veröffentlichten periodischen Schrift \Vyoicc7.ky politwic befindet sich ein Aufsatz, des Karäers Firkowitsch, der die rabhiuitischen Juden, mit den ärgsten Schmähungen überhäuft und sic in dem gehässigste» Lichte dar» zustellen versucht. Bekannt ist. das! aus Anstisteu der Karäer die rabbinit. Juden aus Scbastopot und Nikolajcw ausgewiesen wurden.