Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Licht und Schatten
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 9)
- Language
- German
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Licht und Schatten. 11 Der Jude sucht durch den Drang einer batten Nothwenkuglet: allciubalbcn eine Heimat. Wersen mir daher auch einen Blick aus die anderen Wclttbeile. In der asiatischen Türkei genießen die Inden in den Ortschaften , in denen die mnselmännische Bevölkerung überwiegl, ziemliche Ruhe. In Gegenden, wo das griechische und armenische Moment vorherrscht, erblickte ne schon der alte Karsten Niebnbr allen Kränkungen des Fanalismus und des PöbelbasscS aue-gesetzt, und dieser hat sich nicht nur in um'ern Tagen nicht geändert, sondern eö tritt der auf den Schutz der christlichen Mächte pochende Uebermuth der nach authentischen Berichten tief entwürdigten Griechlinge noch greller herror. Auch da! die Türkei durch sie eine neue Errungenschaft auszuweilen: die Juden werden zur Zeit der Ostern des Kinderraubes und Mordes angeklagt. Günstiger gestaltet sich die Stellung der Juden in Jerusalem. ^Sir M. Montefiorc und die Familie von Rothschild, letztere repräsentirt durch den für die Interessen des Glaubens und der GlanbenSgcnosien mit der edeiften Hingebung wirkenden Albert Cohn, haben großartige Institute zu Jerusalem geschaffen. Nicht minder ist die erfreuliche Kunde bervorzuhcben, daß der Sultan den Inden zu Jerusalem gestattete, eine Snnagogc öffentlich zu erbaue». Seit der römischen Zerstörung des Tempels bis auf die heutige Zeit durften Israels Gesänge in dem geweihten Grbtheile seiner Väter, wohin feine Gebete aus allen Theilcn der Grde sich richten, nicht laut ertönen; nun wird in den heiligen Mauern, am Fuße des Berges Zion, ein Gotteshaus entstehen, das »ach. dem Berichte des preußischen Consulö J>r. Rosen eine Zierde Jerusalems sein, und durch das der Jude eine würdige Vertretung an der Stätte seiner Ahnen finden wird. Trauriger ist das Schicksal der Juden in Persien. Das Reich, in Auflösung begriffe», wird nur durch grenzenlosen Despotismus noch aus kurze Zeit zusammengehalten, und so sind die Juden die Beute der grausamen Willkür und des Fanatismus, der bei den Schiiten weit liebloser als bei den Sunniten hervortritt. Zwar soll nach neueren Berichten der Scham allen Nnlerthanen Freiheit und Gleichheit verkündigt baden; aber welchen Werth haben Verkündigungen »nd Versprechen in dem Munde eines persischen Herrschers! Wenigstens gibt soigende Miliheilung französischer Blätter eine seltsame Inleiprelalion tue »zu. ,.Die persische Armee hat bei ihre», Mnznge i» HeuU alle Juden