Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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22׳ dcsstrafe eigentlich den Bestimmungen der Tradition nicht entspricht. — Daß es nun aber eine derartige rigide, jedoch von den Mischna-Lehrern als sectirerisch betrachtete Ansicht gab, besagt die Misclma Megilla IV., 9 (worauf Hr. Dr. W. Landau mich aufmerksam machte). Daselbst heißt es: 7חאומר מזרעך לא תת לתעביר למולך ומזרעך לא חתן לאעברא באלמיותא מעוחקין אותר ״) בנזיפד!Wer die Worte Lev. 18, 21: ״du sollst von deinem Samen nicht hergeben dem Moloch durchgeführt zu werden" erklärt: ״Du sollst keine Aramäerin (Heidin) schwängern" den heißt man schweigen mit Ausscheltung"). Dennoch übersetzten Pseudojon. und der Syrer auf ähnliche Weise. Worin das eigentlich Sectirerische einer solchen Erklärung liege, daß deshalb eine Ausscheltung erfolgen sollte, herrscht unter den jüdischen Autoren Meinungsverschiedenheit (vgl. Heller Oom. z. St.); es scheint'aber, die erwähnte Deutung wurde nicht wegen des Wortes ביארמיותא gemißbilligtwie Einige glauben, sondern überhaupt wegen strikter halachischer Anwendung jenes Bkbelverses auf die fleischliche Vermischung mit Heiden, wo sodann Steinigung als Strafe darauf erfolgen müßte (analog Lev. 20 , 1), wie auch wirklichem B. d. I. ausgesprochen wird. — Eine bloß hagadische oder P a r a p hr a st i sch e Amplisication jenes Verses, um von Vermischung mit Heiden abzumahnen, wie dieß auch nur im Sinne des R. Jsmael (Oeraara Megil. 25 a) lag, welches aus der Parallelstelle im ller. lalm. deutlicher hervorgeht, sollte von der Mischna nicht ausgeschlossen werden; bloß als gesetzliche Anordnung sollte jener Vers nicht so gedeutet werden. R. Jsmael's angeblicher Widerspruch gegen die Mischna ist somit gehoben. -- Jene Mischna scheint überhaupt alerandrinische Deviationen im Auge gehabt zu haben. Das vorhergehende ה מכ:ה בעליות bezieht sich Wohl auf die allegorische Auslegung der Keuschheitsgesetze, wie solche in alerandrinischen Schriften. Vorkommen. Hierbei heißt es aber bloß מטותקץ אותו (man heiße ihn schweigen) ohne verschärfenden Bei« satz; wogegen die zuerst erwähnte Auslegung als wine principiell gegen die Tradition sich auslehnende Ketzerei, wie solche im B. d. I. zu Tage geht, schlimmer verpönt wird und es dabei heißt: ״ מוזיפתdaß wer eine solche gesetzliche Disposition ausspricht, ausgescholten werde." Noch ließen sich manche dosithäisch - samaritanische Momente aus dem B. d« I. entwickeln; doch muß ich fürchten , durch weiterc Ausdehnung dieses Aussatzes die Leser zu ermüden, ich breche