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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 1 · p. Seite 35

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1856-01-01
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 35 beantworten zu können, und so entstand das vorliegende Buch. Be« mcrkenswcrth ist, daß er die ganze Arbeit einige Zeit nach durchlebten traurigen Schicksalen versaßt hat, und der mächtige Eindruck, den seine Leiden auf den Leser machen, den Verfasser gewissermaßen in Schutz gegen seine Gegner nimmt. Die außerordentliche Belesenheit des Ber« sasscrs im Talmud und seinen Commentatoren, wie auch in den Schriften der nachtalmudischen Zeit, gibt ihm ei» Material in die Hand, welches nur sein kritischer Blick zu bewältigen i»1 Stande ist. Der Leser wird nicht nur, wie in so vielen neueren Werke», von Eitaten sondern von gründlicher Auseinandersetzung derselbe» erdrückt. Gelingt cs auch dem Verfasser nicht immer seine Gegner zu entwaffnen, so ist die seine Ge-> wandtheit in der Beurtheilung ausgesprochener Ansichten seiner Bor« ganger, um unversehrt dem Streite zu entkommen, bcwundernswerth. Man findet sich bei Durchlesung dieses Buches auf dem eigentlichen Gebiete einer Polemik, bei welcher man besonders die Ruhe und Ge» messenheit anstannt, mit welcher der Verfasser seinen Gegnern gegenüber tritt. Der Würde, mit welcher ein wissenschaftlicher Kampf geführt »׳erden soll, sich bewußt,, behandelt er die fraglichen Punkte als zu erreichende Zielpunkte, und strebt in gerader Richtung aus sein Ziel loS, ohne auch nur einen Augenblick seinen Plan aus den Augen zu verlieren. Zunächst stößt, er zur Erreichung seines Zweckes jeden Autoritätsglauben zurück, geht mit der kritischen Sonde in der Hand in die größten Tiefen des vorhandenen literarischen VorratbS, durchdringt die dunkelsten Particen desselben und zeigt am Schlüsse eines jeden erhaschten Fundes siegestrunken den erlangten Gewinn vor. Tritt er einerseits jeder Autorität entgegen, so stützt er sich anderseits, wenn ihm nicht andere Mittel zur Verthcidignng seiner Ansicht zu Gebote stehen, nicht nur auf ausgesprochene Meinungen Anderer, sondern modelt sie so lange um, bis er sie nach eignem Zuschnitte zu seinen Zwecken verbrauchen kann. So schonend er sich gegen seine Gegner benimmt, so schonungslos geschieht es den Karaitcn gegenüber. Jedesmal wenn er mit cincm solchen anbindct, spricht er zuvörderst einen Fluch gegen ihn aus, dann stellt er die Meinung desselben in ihrer Nichtigkeit dar. Sein unaussprechlicher Haß gegen die Karaiten gehört wohl auch zu den Ursachen, welche die späteren jüdischen Gelehrten mit ihm versöhnt baden. De Nossi verfährt in diesem Buche nicht nur defensiv, sondern auch die Offensive ergreift er in vielen Fällen; so gibt er, in folgender Aufeinanderfolge etwa, .Einwürfe gegen die Meinungen des Scmag. R. Josef Karo, Kusari, Maimuni, N Abraham Hanasfi, bcn Schoif, Tosafoth, Tur, bcn Chabib, gl. Jizchak Israeli, R. Hai Gaon, R. Sa« dia u. s. f. Es übersteigt die Form dieser Anzeige, den ganzen In« halt des Buches zu besprechen, um nur die Aufmerksamkeit auf das kritische Verfahren des Verfassers zu richten, genügt cs, daß hier das Gesagte und eine kurze Inhaltsangabe angezcigt wird. In dem Buche wird besprochen: Feststellung der Weltära; Untersuchung, ob die Grund» lagen des jüdischen Kalenders Tradition oder Forschung find; auf welchen Ort find die Moladrechnungen bafirt; Beantwortung mehrerer in das chronologische Kalendergebiet einschlagende Fragen; und endlich 3*

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