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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 1 · p. Seite 18

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 1
Article
Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau
Date
1856-01-01
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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18 Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau. Durch- und Anssübrnng schien, jcmchr sich der Gedanke hierin vertiefte, in fast unerreichbare Ferne zu entweichen. Ein grnndlichcs Wissen, ein in den Geist des Gegenstandes eingehendes und ibn nach seinen Tiefen auffassendes Studium ist die Forderung, die jeder redliche Forscher an sich und den Jünger der Wissenschaft macht. Auch auf dem Gebiete der jüdischen Theologie muß dieser Forderung, die in der letzten Zeit dem Bewußtsein abhanden gekommen zu sein scheint, vollständig Rechnung getragen werden; eine von tiefem prineipicllen Eingehen zeigende Gründlichkeit soll schon den angehenden Theologen vor jener Oberflächlichkeit bewabreu, die nicht nur abführet, sondern aus den Vorschriften des Glaubens Stoff zu hohlem Spott entlehnt und sich in ihrer Afterweisheit über ihn erhaben dünkt. Das Studium muß daher mit wissenschaftlichem Geiste befruchtet werden, der nicht bei dem Schema stehen bleibt, nicht in der Formel den Inhalt sondern nur den Ausdruck, die flüchtige-Verkörperung des tief liegenden lebendigen Gedankens, in ihr nur die sichtbare Hülle des nnsichtbaren ans dem Reiche des Denkens und Forschcnö sich entwickelnden Priucips erblickt. Und dieses ist der eigentliche Punkt der Befrenndung und gegenseitigen Durchdringung der Theologie und der Wissenschaft; jene wird durch diese vor Einseitigkeit bewahrt und erhält in sich lebendig das Bewußtsein des Ausgangspunktes und des Zieles ihres Forschcns. Die Ausgabe war also, eine wissenschaftliche Lehrweise zu begründen, die Theologie aus der Jsolirtbeit, in die sie in den letzten Generationen hineingedrängt wurde, hcranstrcten zu lassen und ihr zu ihrer vollen gruudsatzlichen Berechtigung zn verhelfen. — Und wie an den Lehrenden, so ist hierdurch auch an die Lernenden das Maß der Ansorderungeu gesteigert; sic sollen einen für die wissenschaftliche Auffassung empfänglichen Sinn!nitbringen, schon beim Eintritte der Wissenschaft nicht fern stehen, und es soll ihr Fvrtschrcitcn ans dem einen Gebiete Hand in Hand mit dem Fortschritte auf dein ander» gehen; liegt doch überhaupt i» der gründlichen scicntiflschcn Bildüng eine wesentliche Bedingung der nach allen Richtungen sich bewegenden, und zur Bertheidiguug wie zur Hebung des Glaubens rüstigen theologischen Thätigkcit! War also auch der Plan mit Bewußtsein erfaßt und we« nigstcns nach seinen Umrissen verzeichnet, so hing die Nealistrung doch zu sehr von den Fähigkeiten und den mitgebrachten Kenntniffen der Eintreteuden ab, als daß nicht fast mit Gewißheit vor«

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