Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 1)
- Language
- German
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Das jüdisch-theologische Seminar zu BreSlau. 17 Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau. Im Dienste der Förderung deS Glaubens und der Erhaltung des JildenthumS ins Leben gerufen, erblickt das Seminar nur im Wirken seine Aufgabe, und will nicht von sich reden machen, nicht ein stehender Artikel der Nulnnseligkcit und Anpreisung seiner Bestrebungen sein. Aber sowie cS fern von gewaltsaiucin Hervordrängcn, so ist ihm jede Geheimnißthuerei und Hüllen in Mysterien fremd; die folgende Mittheilnng') gibt Auskunft über seine bisherigen Leistungen und darf, wie wir hoffen, aus die Theilnahme der Leser rechnen. Das Seminar wurde am 10. August 1854 eröffnet. Es hat natürlich noch keine Geschichte, kann Nicht von Abgangöprüfungen erzählen und von reifen Männern, die eS dem Leben zngefnbrt, daß sie auf dem Gebiete des Glaubens und der Wissenschaft wirken. Seine Berichterstattung kann sich nur ans die genetische Entwickelung erstrecken, auf die allmäligc Ncalisirnng des Planes, den cs sich vorgesejzt, auf das Streben der Lehrenden das im Geiste erfaßte Ziel zu erreichen, und die Empfänglichkeit der Ler« »enden sich z>t diesem Ziele hinleiten zu lasten. Und da kann nur mit tiefem Danke gegen die Vorsehung ausgesprochen werden, daß der bisher verfolgte Weg, war er auch mühsam und von vielen Anstrengungen begleitet, den reichen Lohn in sich trug, den das reifende Unternehmen fast mehr noch als das gereiste bietet: in dem höhcrn Schaffen und der auf dasselbe gerichteten spanncndcn Keistesthätigkeit liegt eilte Welt voll Sorgen, die bei dem Gedanken worauf sie gerichtet sind, und ihrem allmäligen Entweichen vor dem durch Gott geleiteten ernsten Willen, eine erhebcnde innere Befriedigung gewähren. Mußte das Jnslcbcntrcten eines Nabbinerseminarö and) dem Fernstehenden als dringendes Bedürfniß erscheinen, da jeder Eonfession-eine Pflanzstätte für Heranwachsende Theologen unentbehrlich ist und Deutschland eine solche Anstalt bisher nicht besaß, so konnte der mit der jüd. Theologie und den Anforderungen der Wissenschüft Bertrauete sich nicht verbergen, daß neue Dahnen erstrebt, neue Gänge dem Studium eröffnet werden müssen. Der Gedanke an das Entstehen eines Seminars lag sehr nahe; die geistige t) Dem zur Gedächtnißseicr des Stifters vom Unterzeichneten auSgcge. denen Jahresbericht« entnommen. Srantel, MsnaUschrift. V. I. 2