Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension] / L. M.
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829178-2829180--02090-2842816- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
36 Recensione» und Anzeigen. der Schule einen Platz finden können, möchten wir gegen das vorliegende insbesondere einwenden,׳ daß Mangel an schulmäßiger Methode einerseits,!Hvie andererseits die zu große Anhäufung von Belegen und Beweisen -ans Midraschim und Talmud dasselbe zur Benutzung für Schüler wenig geeignet machen dürfte. Doch wird wohl der geschickte .und einfichtsvolle Lehrer, der zu sondern und zu sichten versteht, ein Erkleckliches daraus gewinnen, namentlich durch Benutzung der Bibel- Verse, die der Verfasser in richtiger Würdigung solcher Kcrnsprüche zahlreich beibringt. Ei» solches Bibelwort ist der Plastisch gewordene GedanH׳ der sich in diesem Gewände am besten anschanen, aussasscn und behalten läßt. Dagegen sind wir der festen Ueberzeugung, daß das Merkchen דברי ד,בדית als Andachtsbuch für das Haus reichlich Segen zu verbreiten vermag. Wir hoffen und wünschen mit dem Vers., daß manches trostlose Herz daraus Stärke und Vertrauen schöpfen und mancher Wankende im Glauben׳ dadurch gefestigt werde. Wir können jedoch nicht scheiden, ohne noch einige Bemerkungen hinznzufügen. — Zunächst hat Herr S. die würdige Färbung, die er seinem Buche durchweg zu geben verstand, an manchen Stellen durch kleinliche Spielereien getrübt. So hätten wir bei der Abhandlung über die ציצית S. 19 das Additions-Exempel, das er aufstellt um auf die Zahlen יהוה חריג und אחד zu kommen, gern vermißt, zumal er dasselbe nicht als die Ansicht eines Einzelnen anführt, sondern der Tradition im Allgemeinen zuschreibt. Nicht minder spielend ist S. 33 die Phrase: ״erkenne schauend und schaue erkennend den Ewigen," sowie das,^vulgäre Sprichwort: ״Müßiggang ist aller Lasser Anfang" durch dDWcrsa'ssers neue Wendung: ״Des ׳Lasters erster Rang ist Müßiggang" nicht erheblich gewonnen haben dürste. Auffallend isi, wie der Verfasser bei der Klarheit, die seine ganze Darstcllungsweise charakterisirt, sich einer Undeutlichkeit ׳im Ausdrucke schuldig machen konnte, .wie die S. 20, wo er ״Gesetze, wozu die Leidenschaften anseuern"sagt, anstatt ״Gesetze, zu deren Uebertrctung die Leidenschaften ansenern." — S. 21 übersetzt Herr S. נקיות mit Reinheit und מחרח mit Reinigkeit (?) sittliche Reinheit; warm» nicht erstcres durch ״Reinlichkeit" und letzteres durch ״Reinheit"? — Seite 48 ist das Bild: ״den Busen ausschütten" ein mißlungenes. S. 78 hätte der Verfasser de» öffentlichen Gottesdienst am Sabbat, statt indirekt von חפצי) ממצוא תפצי שמים) besser von לקרש ה' מכבד entwickelt. — S. 186 wird dem Worte 5)א die Bedeutung ״Haß" beigelegt, die es unseres Wissens-nicht hat. ׳— Das ״nachahmende Muster" auf Seite 195 soll wohl ein ״nach zu ahmendes" sein; ebendaselbst wird auch der Hillelschen Schule