Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension] / L. M.
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829178-2829180--02089-2842815- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recensionen und Anzeigen. 35 das feste Fundament des Neligionsgebäudes, diese den ausgeführten Bau mit schützenden Mauern, wohnlichen Zimmern und himmelanstrebenden Zinnen und Thürmen. "״כל התורה כולה בכלל ^רת ההכרות hat der Verfasser zur Devise gewählt und so gruppirt er, jedes Mal von einem der zehn Worte ausgehend, die dahin einschlägigen Vorschriften um dasselbe. Und wenn dies auch gerade nicht auf dem Wege strenglogischer Entwickelung geschieht, vielmehr es oft blos äußerliche Momente sind, welche den Verfasser veranlassen, mehrere Gebote unter eine Rubrik zu bringen (wie z. B. die Anreihung aller Gebote, bei denen auf יציאת מצרים hingewiesen ist, an das erste Bun« Leswort, welches ebenfalls ans יציאת מצרים hinweist), so hat doch der Verfasser es mit ancrkcnnenswcrthem Geschick verstanden, die Glaubens- und Pflichtenlehre in einander zu ordnen und zu zeigen, wie die Pflichten gegen den Menschen aus dem Glauben an Gott entspringen. Somit hat er die einzelnen Gebote zu einem Harmonischen Ganzen gefügt und abgerundet, ohne sie durch die bisher übliche schematisirende Dreitheilung in Pflichten gegen Gott, gegen sich selbst und gegen Ncbcnmenschen, zu zersplittern. — Als besonders gelungen müssen wir die,Darstellung der Feier- und Festtage hervorheben, da in ihnen neben der geschichtlich-nationalen Bedeutung noch eine andere das Individuum berücksichtigende aufgewiesen wird, wie z. B. im פםה neben der Erlösung vom egyptischen Joche noch die vom tägliche». Drucke: גאלנו ה' צכאות. So sind die Feste nicht blos Tage der Erinnerung an wichtige Ereignisse unserer Geschichte, sondern es sind diese gottgeweihten Tage auch für die Gegenwart fruchtbar und bedeutsam geinacht. — Dagegen können wir dem Verfasser in seiner Ansicht, daß die drei Hauptfeste -sls Erntefeste gefeiert wurden, nicht beistimmen, da dieses Motiv nur bei מכות allein, welches חג האסיף genannt wird, durchschlägt. Der Zweck dieser Feste und der an ihnen gebotenen Wallfahrten nach Jerusalem war vielmehr die Anregung und Belebung des nationalen Bewußtseins: sie sollten sich im Tempel, im Angesichte Gottes als ein Volk, als sein Volk fühlen und kennen lernen. Dagegen waren an ר״ה und י"כ jene Wallfahrten nicht geboten, da diese Feiertage das innere Leben des Individuums berühren, ohne irgend eine nationale Beziehung zu haben. — Fragen wir nun, für wen ist das Buch geschrieben? so antwortet uns der Verfasser, es sei eine ״Erbanungsschrift für Schule und Haus". Abgesehen jedoch von der Frage, ob ״Erbauungsbücher" überhaupt in 3*