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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 1 · p. Seite 34

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension] / L. M.
Date
1855-01-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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34 Recenflonen und Anzeigen. richtungen und Gebräuche zu göttlichen Gesetzen stempelt, in deren Befolgung er das Wesen des Judenthnmes steht. Herr Schütz sucht vielmehr, aller unbestimmten zweideutigen,Ausdrücke sich enthaltend, vor Allem die drei wesentlichsten Lehren des Judenthums festzuhalten und in aller Schärfe durchzuführen. Diese sind: t) מציאות אלוה Die Lehre von dem Dasein eines persönlichen Gottes, der in seiner llnendlichkeit alles Endliche durchdringt und dessen Inhalt ausmacht. 2) חורה מן השמים Die Lehre von der, göttlichen Offenbarung, als eines zu einer bestimmten Zeit wirklich eingetretenen Ereignisses, durch welches Gott den Menschen unmittelbar seinen Willen kundgethan und zwar in den zehn Aussprüchen am Sinai. 3) שכר ועונש Die Lehre von der Vergeltung, welche die göttliche Vorsehung theils schon in diesem Leben, theils aber erst in einem Leben nach dem leiblichen,Tode übt. — Von diesen drei Grundlehren unserer Religion, zeigt nun der Verfasser, solle jeder Israelit durchdrungen sein, so daß durch sie sein Herz von Liebe zu Gott, zur Tugend, wie zu allem Erhabenen und Großen erfüllt werde. Zu diesem Zwecke nun seien die Cercmonialgesetze da, durch deren Befolgung wir theils an jene erhabenen Lehren fortwährend gemahnt, theils von dem Hange zur Sinnlichkeit abgezogen werden. Es reicht die buchstäbliche Beobachtung derselben noch nicht׳ zu einem gottgefälligen Wandel hin; sie soll im wahren Geiste geübt uns ein Mittel sein zur Erlangung der wahren, echten Frömmigkeit. — Von diesem echt positiv-religiösen Standpunkt ausgehend sucht der Verfasser das Cercmonialgesetz seinein innern Gehalte nach darzustellen und den wohlthätigen Einfluß desselben aus das sittlich-religiöse Leben nachzuweisen. Der Verfasser versucht nun glücklich der Ausgabe uachzukommea, den Sinn für religiöses Leben, welcher in unfern Tagen aus Israels Häusern gänzlich zu schwinden drohet, von Neuem zu beleben und zu kräftigen, indem er in begeisterter Rede und mit,überzeugender Kraft den heiligenden Einfluß der, in rechtem Sinne geübten religiösen Gebräuche dem Leser vorsührt und ihn zu weiterm Nachdenken über den Glauben anregt. — ־ Betrachten wir nun die Anordnung ,des Buches, welche Herr Schütz zur Lösung, seiner Ausgabe befolgt, so müssen wir es, jedenfalls nur als einen glücklichen Wurf bezeichnen, die geoffenbarten zehn Worte — wie solches in früher Zeit der große R. Saadia Gaon gethan als den Mittelpunkt hinzustellen, von welchem alle übrigen Lehren der Bibel,wie Ausstrahlungen zu betrachten sind.. Jene enthalten den Keim, das eigentliche Lebensmark, diese die Entfaltung desselben; jene bilden

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