Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Paraphrastische der arabischen Übersetzung des R. Saadia Gaon
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2829132-2829178-2829180-2842768--02082-2842810- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
30 Wissenschaftliche Aufsätze. des Zeitwortes שעא, ambulavifc, cucurrit und des Dingwortes שאע ambulaus, also das iunner Bewegliche אן יסער מן אלמא מאע, ebenso Y. XXI אלתי סעת מן אלמא לאצנאפהא. Wie nun Alm Esra mit dieser Auffassung nicht zufrieden zn sein scheint und das Zeitwort auch noch ans das im Verse beschriebene Geflügel bezogen wissen will, וטעם ישרצו תופרות עם הגבהה, so sind diese beiden Autoren nach genauer Forschung auch über die transitive Bedeutung nicht einig; während Saadia מן אלמא — also das verbum intransitiv gibt, meint Ibn Esra: ישרצו פועל יוצא וכמהו ושרץ היאור צפרדעים. — In diesem Verse dürfte aber noch etwas sehr oeachtenSwetth erscheinen, nämlich die Uebertragnng des על פני רקיע השמים. Saadia, dessen Meinung und Deutung wir schon oben erörtert haben, konnte unmöglich den Sinn dieses Satzes anders verstehen, als durch קבאלה גלה אלסמא, und so paßt cs auch wirklich ganz trefflich zum Vorhergehenden. Ibn Esra, der wie wir bemerkten gegen die Auffassung des Gaon ankämpste, mußte natürlich auch an unserer Stelle dem Worte einen andern Gedanken unterlegen, wo sogar das על als theilweisc Bestätigung betrachtet werden darf, und seine beißende Ironie gegen Saadia läßt sich hier durchaus nicht verkennen, was von den 'Commentatoren nicht einmal bezeichnend genug hervorgehoben wurde. Sehr kurz, wie überall, lautet hier seine Bemerkuug, aber desto reicher an Inhalt: והכתוב כי עוף יעופף על פני רקיע לער על פירש רקיע ואמר הנאון כי על פגי הוא עם פני א״כ פני השטים למטה הם. Y. XXII. Die sprachliche Bedeutung des לאמה ist ganz einfach diese: Wenn die Worte des Sprechenden so angeführt werden sollen, wie sie in der Wirklichkeit erfolgten, also ohne Uebertragnng von der zweiten auf die dritte Person, dann muß dieses Wörtchen nothwendig vorausgesandt werden. Saadia hat aber in seiner Paraphrase noch den Sinn des Beschlens hineingelcgt: ובארך אללה פיהם וקאל כאכמא. Y. XXYI. Dieses נעשה אדם בצלמנו כדמותנו hat zu den verschiedenartigstcn Erklärungen Veranlassung gegeben, unter denen wir die hervorheben, daß bei Vornehmen gewöhnlich die Mehrstatt der Einzahl gebraucht wird, und das Ebenbild Gottes sich auf die Regiernngsfähigkeit des Menschen, ähnlich im kleinern Maße der allregierenden Gottheit, über die Fische des Meeres, das Geflügel des Himmels u. f. w. beziehe, eine Idee, die dem Verse einen schönen Zusammenhang verleiht. Dieser Ansicht huldigt Saadia: וקאל אללה נצנע אנסאנא בתצוירנא ותשכילנא איאה מסלטא יסתולי עלי סמך אלבחר, ebenso Y. xxyh : ובלק אללה אדם בצורתה בצורה שרפהא אללה מסלטא כלקה.