Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Paraphrastische der arabischen Übersetzung des R. Saadia Gaon
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 6)
- Language
- German
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28 Wissenschaftliche Aussätze. zweiten Tages schließen, und mit ״Gott sprach die Erde sprosse u. s.w." die Erzählung des dritten Schöpfungstages ansangen, wodurch in die Sätze mehr Zusammenhang käme, vgl. das. V. XI. lieber den Sinn dieses Verses sind die Commentatoren verschiedener Ansicht. Nach Einigen, worunter namentlich Raschi, persieht man unter dem ersten Worte bte Bekleidung der Erde mit Grün überhaupt, ohne specielle Angabe einer Krautart, unter dem zweiten jedoch eine specielle Pflanzenart: also es sprosse die Erde allerlei Sprossen, so daß das folgende Kraut und Fruchtbar!!» als Erklärung des ersten Collectivnamens angesehen werden muß. Nach Anderen, wohin namentlich Moses ben Nachman zu rechnen, der gegen Raschi mit der wichtigen Gegenbemerkung auftritt, daß man nach seiner Meinung das erstere Wort nicht in der Mehrzahl finden dürfte, was doch wohl der Fall sei, versteht man unter beiden Ausdrücken eine bestimmte Pflanzengattung, unter dem erstern etwa die kleine noch keinen Samen enthaltende Pflanze, unter dem zweiten die schon reife und zur Samenentfaltung gediehene Pflanze. Nach der ersten Ansicht darf vor dem zweiten Worte kein Bindewörtchen stehen;. nach der zweiten Ansicht wohl und sogar recht paffend, und durch dieses einfache Bindewörtchen läßt sich hier wie oben Saadia's Gedanke in seiner Paraphrase mit ziemlicher Bestimmtheit errathen. Er bedient sich des Hauptwortes כלא herba, germen, gramen, und um das Hebräische, welches hier Zeitwort und Dingwort aus einer und derselben Wurzel genommen, wortgetreu wieder zu geben, bedient er sich auch des Zeitwortes כלא IV. In Vers XII hat nun unsere Ausgabe das Bindewörtchen: ואכתת אלארץ כלא ועשבא דא חב לאצנאפח, in Vers XI hingegen hat unsere Ausgabe das Bindewörtchen nicht: ושא אללה אן -יכל׳ אלארץ כלא עשבא רא חב, allein im Variantenverzeichnisse finden wir auch an dieser Stelle ועשבא. Hieraus erhellt zur Genüge Saadia's Hinneigung zu Nachmani's Ansicht. V. XII. lieber den Satz וירא אלחים כי טוב hier und wo es in diesem Bibelabschnitte noch mehr vorkommt, sind die Lesearten in der Paraphrase Saadia's ziemlich verschieden; nach einer schließt sich damit der Gedanke, nämlich: ״weil Gott wußte, daß es gut sei", wie wir die Stelle gewöhnlich auffassen; nach einer andern beginnt hier der Gedanke, nämlich: als Gott wußte daß es gut sei u. s. w. da sprach Gott u. s. w. Der Unterschied zwischen לטא /(לח und לעלם; das Letztere in der Tonst. Ausgabe. V. XIV. Im Variantenverzeichnisse stellt sich hier eine Verschiedcnheit zwischen der Uebersetznng des in erster Hälfte des Satzes be-