Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Paraphrastische der arabischen Übersetzung des R. Saadia Gaon
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 4)
- Language
- German
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26 Wissenschaftliche Aufsätze. diese auch von Mittag zu Mittag gerechnet werden sollen; drittens für die Zeitdauer wo die Sonne auf die Erde leuchtet, wie cs im ersten Theile unseres Verses genommen werden muß. Man durfte aber die in der ersten Hälfte des Verses gebrauchten Bezeichnungen in der zweiten Hälfte nicht mehr benutzen, weil jedenfalls dasselbe Wort in verschiedener Bedeutung nebeneinander gestanden hätte, daher die Mothwcndigkeit, des Abends und des Morgens sich zu bedienen. Anders in Saadia's arabischer Uebersetzung; נהאר heißt wohl Tag, aber wie Freytag bemerkt! ad ortu aurorae usgue ad occasum solis, während יום Pl. איאם den vollständigen Tag von vier und zwanzig Stunden bezeichnet; daher durfte er mit Recht als Uebersetzung des Abends und Morgens die Wörter der ersten Hälfte des Verses benutzen und paßt sehr gut darauf יום ואחד. V. IV. שא אללה אן ימן גלד פי וסט אלטא. Wenn auch die Erklärungen, welche Jbn Esra und noch andere Commentatoren im Namen des Gaon anführen, nicht immer in dessen Uebersetzungen zu finden sind und nothwendig neben denselben ergänzende Noten existirt haben müssen, aus welchen jene Erläuterungen geschöpft find, wie schon Munk in seinem Notice sur Rabbi Saadia Gaon bemerkt: Toutes les versions de Saadia etaient sans deute accompagnees de notes, comme 011 peut le voir par les liombreuses eitations d’Ibn-Ezra et de Kimchi. Saadia lui-meme eite cä et lä ses commentaires. Voy. par exemple son Livre des croyances I. 1. II. 3, 8 et passim. Rabbi Behai eite egal erneut les Commentaires de Saadia etc., so darf doch als feststehend angenommen werden, daß er jedesmal in der paraphrastischen Uebertragung ein dem. Sinne der Noten entsprechendes Wort gewählt haben wird. Und dieser Fall scheint sich auch bei gegenwärtigem Verse ereignet zu haben. Denn Jbn Esra beginnt die Beleuchtung der Stelle mit אמר הגאון על הרקיע דברים שלא היו und ganz wahrscheinlich deutet er hier auf eine ausführliche in den Noten befindliche Interpretation hin, was um so mehr zu muthmaßen, als der Commentator Mekor Chajim hinzusügt: ולא בדעה הגאון רב סעדי' שאמר שהרקיע נחלק לגלגלים בי.איך יהיה המים על הגלגלים, dennoch aber laßt sich durchaus nicht verkennen, daß diese Idee schon in dem einfachen Wörtchen der angezogenen Uebersetzung ausgedrückt worden, denn גלד bedeutet ursprünglich das Harte, Feste, daher Pruina, Glacies und endlich Expansum coeli. Dieser Ansicht, daß unter גלד ,רקיע also die festen Himmelskörper verstanden seien, will er widersprechen und mit Recht, weil über denselben kein Wasser zu treffen; er begreift vielmehr darunter das sich Neigende und Ausdehnende, also