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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 1 · p. Seite 19

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1
Article
Briefe aus Prag
Date
1855-01-01
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Briese aus Prag. 19 mudverein (ש״ם רובדה) gebildet, au dem auch mehrere in Wissenschaften vielbewandertc junge Männer theilnehmen. Die Commentare und Decisionen der Ri schon im werden gründlich durchforscht, und Herr 8t. sucht durch sachgemäßes Eingehen in den Geist des Autors und Vergegenwärtigung der Ansicht und Meinung desselben, Klarheit und Licht zu verbreiten. — Auch auf Verbesserung des Cultus wirkt Herr 8t. wohlthucud ein. Zwar wird jener in den hiesigen Synagogen, mit Ausnahme des ״Tempels", noch in alter Weise geübt; und auch Männer wie R. Löwe ben Bezalel und R. Ezechiel Landau konnten mit vielen wohlgemeinten Vorschlägen nicht durchdringen. Doch ist dem Herrn Rabbiner Rapop. gelungen manche grelle Mißbräuche abznschaffen, als das s. g. Warten an den Vorabenden der Sabbate Und Festtage, welches zu einem Arrangement für Unterhaltung an den heiligsten Orten sich herausgebildet hatte; und es gehen noch manche andere Verbesserungen ihrer baldigen Verwirklichung entgegen. Traureden in deutscher Sprache hat Herr R. zum stehenden Gebrauche gemacht. —• Möge es dem hochverehrten Manne, dessen Schriften einen bezeichnenden Wendepunkt in der Literaturgeschichte des Judenthums bilden, ferner gelingen in seiner milden und erhebenden Weise fortzuwirken, und möge seine gcmnthrciche und dabei doch universelle Auffassung der israel. Religion das Gemeingut recht vieler unserer Glaubensgenossen werden. Mrareform und Hyperorthodoxie lvürden sodann bei tieferer Einsicht in das Judenthum, erster« als ״antijüdisch", und letztere, weil ihre Grundlage größtentheils Unwissenheit, als ״nichtjüdisch", allgemein als unangemessene Factoren zier Hebung der Religiosität erkannt werden. II. Ich muß, ehe ich zu einem andern hochwichtigen Punkte übergehe, noch für einen Augenblick bei unfern Cultusangelegenheitcn verbleiben. Der Tempel, der nun achtzehn Jahre seines Bestehens zählt, hat eine nicht geahnte Blüthe erreicht; seine Räume sind nicht nur gefüllt sondern überfüllt, so daß nicht selten viele Besuchende zurückgewiesen werden müssen. Diese Frequenz ist das Resultat der echt volksthümlichen und im jüdischen Geiste gehaltenen Reden des Predigers Herrn vr. Kämpf; doch hat einen nicht kleinen Antheil daran auch das ganze Wesen deS Eultns, der nicht zerstörend und auflöseud sondern verbessernd und veredelnd bei seinem Beginne auftrat, und die eigentlich jüdischen und ererbten Elemente zur Grundlage nahm; und es ist auch dieses ein 2*

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