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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1
Article
Jahresschau
Date
1855-01-01
Page
Seite 16 (sequence 12)
Language
German
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16 Jahres sch au. abwendet nimmt die ernste Forschung einen tiefen Gehalt wahr, an dem sie sich in Glauben und Glaübens.treue befestigt. Auch die andere Aufgabe gehet einer glücklichen Lösung entgegen. Die klassischen Studien sollen ebenfalls eifrig betrieben werden, nur mögen nicht die theologischen von ihnen verdrängt werden. Es wird jenen ein beträchtliches Zeitmaß gewidmet und werden die für obere Gymnasialklassen vorgeschriebenen Gegenstände gelehrt, die daselbst eingesührten griechischen und römischen Autoren gelesen und nicht minder finden Mathematik, Physik, deutsche Literatur u. s. w. ihre Vertretung. Den schwächeren Hörern wird in einer andern Abtheilung nach׳ geholfen, und die für die Universität Reifen besuchen zu ihrer klassischen Fortbildung die akademischen Vorlesungen. — Es darf also der Hoffnung Raum gegeben werden, daß mit theologischer und allgemeiner Wissenschaft ausgerüstete Männer aus der Anstalt hervorgehen und sie den Glauben Israels, wie er von den Vätern übergeben wurde, mit gotterfülltem treuem Sinne vertreten und weiter tragen werden. Führen wir nun noch Eines an, das dieses Jahr Trostliches brachte. Israel hängt durch ein großes Glaubensband zusammen; über die ganze Erde zerstreuet verkündet es laut, daß die von ihm getragene göttliche Wahrheit keines besondern Reiches, keines Staatenthums zu ihrer Erhaltung und Sicherung bedarf. Und wenn das Gemüth sich vorzugsweise nach einem Lande, sehnt, so ist es das Land wo einst die Gottheit sich geoffenbart, der Herr der Heerschaaren sich in den ihm geweihten Tempel herabließ und wo die Propheten mit gottbegeisterter Stimme hinaus über alle Jahrhunderte sprachen. Dieses Sehnen ist Ausfluß des frommen tiesinnigen Gemüthes; denn was erwartet den dort Ankommenden? Tiefe Armuth, der härteste Kampf mit äußeren Verhältnissen. Und diese trübe Lage hatte in den letzten Jahren die äußerste Stufe menschlichen Elends erreicht: der Weheruf schallte laut nach dem Occident herüber: man versuchte Abhülfe, aber in der Aufforderung zu ihr und im Spenden allein konnte sie sich nicht finden, sie mußte an der Quelle ausgesucht werden. Daß im verflossenen Jahre ein von menschenfreundlichen Gesinnungen beseelter Mann sich nach Palästina begab, um dort Hand an die Hülfe zu legen ist bekannt, und die in diesen Blättern mitgetheilten Briefe dieses mit der äußersten Hingebung wirkenden Edlen

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