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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 1 · p. Seite 17

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1
Article
Jahresschau
Date
1855-01-01
Page
Seite 17 (sequence 13)
Language
German
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Briefe aus Prag. 17 haben manches Nähere über den Erfolg seiner Mission gebracht. Sein Erscheinen hat nicht nur in Palästina, sondern auch in mehreren großen Städten des osmanischen Reiches den Anstoß zu einer weitgreisenden Umgestaltung zum Bessern gegeben. So zeigt der Blick nach innen manchen freundlichen Ersatz für das, was der Blick nach außen vermißt. Laßt uns in uns erstarken: der Ewige mit uns, in uns: wervermag gegen uns? Frankel. Briefe aus Prag. 1. Der Himmel ist trübe und der Winker will uns durchaus keinen heitern Blick zuwerfen; fürchten Sie daher nicht, daß ich die Hypochondrische Laune, in der sich manche Ihrer Leser befinden mögen, durch einen düstern Bericht über unser Gemeindeleben vermehrest werde. Ich hoffe im Gegentheil für Jene, die ein zartfühlendes Ohr für innere Angelegenheiten des Judenthums haben, manches Erheiternde zu bringen. Der Fleiß vieler Geschichtschreiber der Neuzeit richtet sich auf das Städtewefen des Mittelalters; und in der That, will man das Volksleben erkennen, so wird es nicht in den höheren Regionen der Ritter und der Zerstörenden, sondern in dem Kreise der Bürger und der Aufbauenden zu suchen sein. Aber auch die Städte baueten ix vergangenen Jahrhunderten nur mit Rohheit und Gewalt aus; Patricicr und Zünfte drückten mit schwerer Wucht, und es lag׳ doch immer mehr Poesie im Turnire und in Schwert und Lanze der Ritter, als in dem kleinliche» Streit hoffährtiger Bürgermeister und Magistrate, dem zünftigen Hammer und Beile der Schmiede und Fleischer und wie sich sonst die rohen Gesellen zu einer Gilde vereinigten. Nur ein von Patrieicrn und Zünften mit Hohn und Verachtung betrachteter abgeleg euer Stadlwinkel bietet der Phantasie Stoff zu dichterischen Schöpfungen: die verpönte und verschlossene Judengaffe. Das Leben der Menschen daselbst ist Elegie, das Relief bildet der Hinblick auf Ideale ferner Zukunft; darum eine stets frische sehnsuchtsvolle Gemüthswärme, ein die Materie besiegender und bewältigender Ausflug, der Familien- und Gemeindeverhältniffc wie ein feiner Aether durchdringt. Nur darf man vor der äußern oft abstoßenden Gestalt nicht zurückschrecken: im Mittelalter galt die Ansicht, das Aeußerc der In- Frankel, Monatsschrift. IV. 1. 2

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