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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1
Article
Jahresschau
Date
1855-01-01
Page
Seite 15 (sequence 11)
Language
German
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Jahresschau. 15 heraus: die Hörer unter denen sich mehrere die Universität Besuchende befinden erfassen mit Liebe das talm. Studium; und diese Liebe wird jemehr sie in die Tiefen des Studiums eindringen an Intensität gewinnen. Und was je die Zeit bringe, die Wissenschaft unterliegt nicht dem Wechsel: die Theologie, ihren Jüngern als Wissenschaft zum Bewußtsein gekommen, wird ihnen Gegenstand des spannenden und befriedigenden Forschens und der Aufforderung zur tiefsten Anhänglichkeit sein. Wo die bei der Außenseite verbleibende Oberflächlichkeit sich Theile zerfällt. .Der erste Th eil — Mischna 1 bis 6 — stricht von Funden, die an stch einen Werth haben, aber deren Besitzer wie vorausgesetzt wird nicht zu ermitteln u. s. w. ist, und die daher dem Finder zufallen. Hier entstehet unter manchen Umständen die Rechtsfrage, wer der eigentliche Finder sei. In der ersten Mischna wird als Schema hierfür angenommen ein von Zweien an den Enden gehaltenes gefundenes Kleid, dessen alleiniger Finder zu sein jeder von ihnen behauptet. Dieses ist aber nur eigentlich ein Schema für den eine ungemeine Tragweite habenden Fall der Berührung (Collision) zweier׳ sich gegenüberstehenden und einander die Waage haltenden Rechte. Hierauf basirt die das. im Talmud folgende scharfsinnige weitere Ausführung, die durch die Beleuchtungen der Kommentatoren ihren eigentlichen Aufschluß erhält. — Von Mischna 6—8 werden Funde besprochen, die für den Finder werthlos für den Besitzer von Werth sind, aber es ist zweifelhaft wer der Besitzer, d. i. der Verlierende war. So bei Schuldverschreibungen und sonstigen Urkunden. Bei den Repetitionen wurden die Hörer aufmerksam gemacht, daß Maimonides den Zusammenhang in solcher Weise aufgesaßt, daher er den in dem Theile von 1 — 6, Talmud 2—12 besprochenen Fällen einen Perek (גזלי. זאבדר. פ״יד), und dem Theile von 6—8, Talmud 12—21, einen anderen Perek (פ״יח) widmete. — Bei den nach durchgenommenen größeren Seetionen angestellten Repetitorien wird der j, Talmud gelesen, um die Hörer auf dessen Genius wie auf die verschiedenen Lehrweisen der beiden Talmude aufmerksam Zu machen. Da übrigens die Hörer das Wesen richtig erfassen und den Geist des Talmuds in sich ausnehmen sollen wird auf die s. g. früheren Commentätoren, wie Tosafot, N. S. Halevi, Ramban, Nimuke Joseph ff. sorgfältig eingegangen; hingegen wird die im vor. Jahrh. eingerissene spitzfindige Lehrweise, die nicht wenig zum Verfalle beigetragen, vermieden. — Beim cur sorischen Vortrag wird im Allgemeinen auch die obige Methode beobachtet. Für diesen Jahrgang wurde Pesachim gewählt, im Eingänge die drei Abtheilungen hervorgehoben in die der Tractat zerfallt (1—5, 5—10 und 10), hierauf die logische Ordnung nachgewiesen, da mit אור ^"ד, der Nüstnacht zum Feste, begönnen, hieraus zum Rüsttag (Mischna 3) ubergegangen wird u. s. w. Außer einigen im Vorbeigehen angeführten Commentatoren wird hier nur der Commentar des 91. Ascher ben Jechiel ausführlich genommen. — Die untere Abtheilung hat nur einen Manschen und natürlich modisicirten Talmudvortrag. — Eine wettere Detaillirung ist hier nicht am Orte, und bleibt fie dem am Jahresschlüsse zu veröffentlichenden Schulberichte Vorbehalten.

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