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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 1 · p. Seite 9

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1
Article
Jahresschau
Date
1855-01-01
Page
Seite 9 (sequence 5)
Language
German
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Jahresschau. 9 der Stadt warm *). Es zeigt sich nun ein erfreulicher Umschwung: Berlin hat eine in neuerer Zeit gut organisirte Knaben- und Religionsschule, in der mit religiösem Ernst der Jugend der eigentliche Glaube der Väter beigebracht wird; und Prag, aus dessen bald ein Jahrhundert zählender Schule der eigentliche Religionsunterricht, die Belehrung in der heiligen Schrift noch inunex verbannt ist, nimmt wenigstens in einer andern Anstalt den Anlauf zum Bessern^. — Nach der zwischen Schule und Gotteshaus obwaltenden innern Verwandtschaft mag hier auch nicht unerwähnt bleiben, daß zu Ende des vorigen Sommers in Leipzig der Grundstein zu einer Synagoge gelegt wurde. Es ist dieses eine ungemein erfreuliche Erscheinung, da Leipzig als der Mittelpunkt des deutschen Handels an den hohen Festtagen viele Juden versammelt stehet, die nun an dem Orte, wo sie in früherer Zeit die größte Zurückstoßung erfuhren und die Andacht nur verborgen verricht werden konntet, in einem öffentlichen Gotteshause zusammenkommen und dort sich Gelegenheit darbieten wird, für Allgemeines und auf das Allgemeine zu wirken^. 1) Nach der im j.. T. erzählten. Anekdote: Zwei Gelehrte kamen einst in eine Stadt und verlangten die Hüter der Stadt kennen zu lernen. Man sprach ihnen von den Vorstehern u. s. w. Sie bezweifelten, ob diese nicht Verderber der Stadt seien; eigentliche Hüter find die sich mit der Jugend ab geben. 2) Vgl. die weiter folgenden Briefe aus Prag. 3) Noch zu Anfang dieses Jahrhunderts mußten, nach einer authentischen Mittheilung, die wenigen in einem Prlvathause am Versöhnnngstage zur Andacht versammelten Juden Vorsorge treffen, daß in einem Nebenzimmer eine gedeckte Tafel aufgestellt sei, damit bei etwaigem polizeilichen Ueberfalle nachgewtesen werden könne, man sei zu einem Schmause zusammengekommen. 4) Wir ergreifen hier Gelegenheit nochmals aus das zurückzuweisen was diese Monatsschrift 1. Jahrg. S. 382 ff. 2. Jahrg. S. 11 brachte: die Juden, sind in Sachsen völlig anderen Glaubensgenossen gleichgestellt und ist daselbst die Emancipation in ihrem ganzen Umfang zur Geltung gekommen. Sie ist nun auch durch das Wort Sr. Majestät, des jetzt regierenden Königs verbürgt; und folgender in Erz und Marmor zu verzeichnende Zug eines hochherzigen Geistlichen möge hier seinen Platz finden. Als die Trauerkunde von dem Ableben des höchstseligen Königs eintraf befand sich die Gemeinde zu Dresden ohne religiöses Oberhaupt, der Unterzeichnete hatte einige Tage vorher seine Stelle verlassen. Da begab sich der erste Hofprediger Herr Er. Käuffer Zu dem setzt regierenden König nnd richtete an ihn die Worte: ״Ich bringe Ew. Majestät die Condolenz der evangelischen Geistlichkeit des Landes

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