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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1
Article
Jahresschau
Date
1855-01-01
Page
Seite 8 (sequence 4)
Language
German
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Jahresschaii. 8 scheu Beweis der Ausbreitung, sondern fand ihn in seiner Wahrhaftigkeit selbst; darum stehet es sich unbeirrt wenn auch die Anzahl seiner Anhänger geringe, wenn die;-mit frivolen Gesinnungen Behafteten aus seiner Mitte scheiden. Laßt sie um einer Stelle willen die dem Juden versagt ist, dem Väterlichen Glauben den glücken kehren: war er nicht schon früher in ihrem Herzen erstorben, war nicht schon früher jedes Leben aus ihnen gewichen, wandelten sie nicht als verpestende Leichen unter den Brüdern? — Weit mehr betrübte daß sich selten der Jugend Quellen eröffneten, aus denen sie den Geist des Glaubens schöpfen konnte. Die alte Lehrweise wollte nicht mehr genügen, und die neu entstandenen Schulen trugen wie die für sie verfaßten und aus ihnen sich verbreitenden Lehrbücher, nur geringe Spuren eines specifiischen Judenthums. Da waren größtentheils allgemeine ethische verwässerte Sätze angeführt, denen ein angehängter Bibelvers Pikantes geben und sie zu fpeciellen Religionssätzen stempeln sollte: es zielte Alles darauf hin die flachsten Rationalisten heranzuerziehen. Hier nun zeigt die Einschau manches Versöhnende. Die Literatur der religiösen Jugenderziehung wird allmälig sich mehr ihrer Aufgabe bemußt, und es beweisen manche Products verdienter Schulmänner, daß man mit Nachdenken und religiösem Ernst an die allerdings schwere Lösung gehe. Hat daher dieses Jahr, da bei dem durch Verhältnisse beengten Kreis der jüdischen Literatur die Rundschau den Umblick über mehrere Jahre nehmen muß, nur über wenige literarische Erzeugnisse zu berichten, so ist um so erfreulicher in ihm das fegenreiche Gebiet der Jugendbelehrung mit Rührigkeit angehauet zu sehen. Nicht minder erhebend ist eine andere sich hier darbtetende Wahrnehmung: die Gemeinden erwachen zum Bewußtsein und es entwickeln sich allenthalben entsprechende Anstalten für den Religionsunterricht der Jugend. In den kleinen Gemeinden war dieses Bewußtsein nie ganz erloschen, und Anstellung der Religionslehrer wie Vorsorge für den Unterricht wurden stets mit zu den Obliegenheiten des Vorstandes gerechnet. In den großen Gemeinden Deutschlands ging diese heilige Pflicht in der Sorge für das sogenannte Gemeindewohl, der Vertretung der Gtzmeindeangelegenheiten auf: welchen Weg jedoch diese nahmen mag der Geschichte überlassen bleiben, sie wird entscheiden ob die Hüter der Stadt nicht die Verderber

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